Bürger können sich mit einem Mindestbetrag an Windparks beteiligen / Details noch unklar

Etwas anderes als ein Sparbuch

Bevor der ZGB seine Ergebnisse der Bestandsanalyse nicht vorlegt, liegen die Planungen für mögliche Windparks auf Eis. Auch Infos über Einzelheiten zur Bürgerbeteiligung sind derzeit unmöglich. Foto: Hussak

Brome. Alle warten auf die Auswertung der Bestandsanalyse des Zweckverbandes Großraum Braunschweig in Sachen Ausbau von Windparks. In der Samtgemeinde Brome steht zur Diskussion, den Windpark zwischen Tülau und Zicherie zu erweitern.

„In der Presse wurde in den vergangenen Wochen erheblich über diesen Bereich geschrieben“, weiß Kirsten Becker, Projektentwicklerin bei wpd – Betreiber und Entwickler von Windparks aus Bremen. Generell würden die erneuerbaren Energien zwar eine große Unterstützung in der Bevölkerung erfahren, lokal gäbe es jedoch Anwohner der angrenzenden Ortschaften, die Vorbehalte in Bezug auf Windparks haben würden (das IK berichtete mehrfach). Größte Sorge bereitet den Windpark-Gegnern die mögliche Schall- und Schattenbeeinträchtigung.

„Wir sind mit den Gemeinden im Gespräch, Ideen bestehen natürlich. Eine Informationsveranstaltung halten wir sicherlich für sinnvoll, allein schon um aufzuklären und Vorurteile aus dem Weg zu räumen“, ist Becker überzeugt. Jedoch sei das zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht spruchreif, da noch immer die Auswertung des ZGB ausstehe. „Uns ist es genauso wichtig wie den Grundstückseigentümer aus Tülau/Zicherie, frühzeitig aufzuklären“, so die Projektmanagerin und erklärt weiter: „Wir haben die Eigentümergesellschaft angesprochen.“ Zwei Interessengruppen hätten sich zusammengeschlossen und sich mit einem Schreiben aneinander gebunden, um sich einheitlich für einen Planer und ein Konzept zu entscheiden. Derzeit werte ein Berater diverse Angebote und Vorschläge von Projektplanern aus.

„Das Eigentümerinteresse ist da und schließlich können auch viele Bürger am Windparkprojekt partizipieren“, weiß Becker. Bürgerwindräder sollen den interessierten Anwohnern eine finanzielle Beteiligung ermöglichen. „Derzeit das Projekt noch nicht kalkulierbar. Das ist erst möglich, wenn man die genaue Anzahl der Windräder, die gebaut werden sollen, kennt. Dann erst kann man berechnen, wieviel ein Rad erwirtschaftet und wie hoch die finanzielle Beteiligung beziehungsweise Investition ist“, erläutert Becker im IK-Gespräch.

Fest stehe, dass man möglichst vermeiden sollte, dass sich jeder „nur“ mit 100 Euro beteiligt. Die Verwaltung sei laut Becker dann viel zu teuer. Man dürfe nicht vergessen, dass eine Windanlage rund 1 Million Euro koste. Das Eigenkapital werde über die Bank abgewickelt. „Eine Beteiligung von 2000 Euro ist eigentlich das Minimum. Diese Mindestgrenze muss festgelegt werden, schließlich ist diese Art der Investition nicht mit einem Sparbuch vergleichbar“, informiert Becker.

Von Carola Hussak

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