FWG, SPD und FDP kritisieren Umgang mit geplanter Hähnchenmastanlage / Borchert: „Bin verwundert“

Erneuter Disput zwischen Bromes Ratsmitgliedern

Die geplante Hähnchenmastanlage bei Altendorf, die östlich der OHE-Trasse entstehen soll, hat für einen erneuten Disput bei Ratsmitgliedern des Flecken Bromes gesorgt. Foto: morrison
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Die geplante Hähnchenmastanlage bei Altendorf, die östlich der OHE-Trasse entstehen soll, hat für einen erneuten Disput bei Ratsmitgliedern des Flecken Bromes gesorgt. Foto: morrison

Zicherie – Nach dem letzten Disput vor einer Bromer Gemeinderatsversammlung (das IK berichtete) scheint es, als würde eine erneute Debatte zwischen Mitgliedern der FWG, SPD und FDP auf der einen, und Bürgermeister Gerhard Borchert auf der anderen Seite ausbrechen.

Am kommenden Dienstag soll die ausgefallene Sitzung von Ende April im Hubertus-Hotel in Zicherie nachgeholt werden. Im Gemeinderat sind derweil die Fronten verhärtet.

Die Sichtweisen nach einer korrekten Kommunikation bezüglich der Diskussion um die geplante Hähnchenmastanlage sind in Brome unterschiedlich: Auf der Tagesordnung der kommenden Sitzung gibt es zwei Anträge, die sich um das Thema Hähnchenmast drehen. Die geplante Anlage für 180 000 Tiere erhitzt die Gemüter in Brome. Mitglieder der FWG, SPD und FDP haben für die am Dienstag stattfindende Sitzung einen Antrag gestellt, um die geplante Anlage als Tagesordnungspunkt aufzunehmen.

Eigentlich sollte die Ratsversammlung bereits am 17. Juni stattfinden, also bereits am Mittwoch. Da die Einladung nicht ordnungsgemäß an die breite Öffentlichkeit gelangen konnte, wurde sie auf nächste Woche verschoben. „Das Thema interessiert die Menschen, deshalb haben wir das Datum noch einmal geändert“, so Borchert. Und da fängt der Ärger an: Mitglieder von FWG, FDP und SPD haben sich nun beschwert, dass in dieser Einladung ein Tagesordnungspunkt zum Thema Hähnchenmast fehle.

Das sorgt beim Bürgermeister für Verwunderung. Die im Verwaltungsausschuss geführten Gespräche hätten zu einer einheiligen Meinung geführt. „Wir haben einstimmig beschlossen, dass wir das Thema im Bericht des Bürgermeisters, nach einer zusammen entworfenen Stellungnahme, behandeln.“ Daraufhin sei eine Diskussion im Nachgang vorgesehen und befürwortet worden. Weitere Anträge waren nicht geplant, sagt Borchert, da die Raumsituation noch immer keinen ganz großen Rahmen zugelassen hätte. „Ich bin verwundert, dass sie diesen Antrag nun gestellt haben. Eigentlich hatten wir alles geklärt.“

Lothar Hilmer, Fraktionsvorsitzender der FWG, sieht die Darstellung anders. „Gerhard Borchert hat das im Verwaltungsausschuss nicht deutlich gesagt.“ Für ihn habe der Bericht des Bürgermeisters nicht viel mit einer öffentlichen Diskussion zu tun. „Deshalb auch unser Antrag, der auf den Tisch bringen soll, wer nun dafür oder dagegen ist.“ Es ärgert ihn auch, dass sein Antrag, obwohl eher eingereicht als der von Ratsfrau Astrid Leibach, später auf der Tagesordnung behandelt wird. Der Antrag von Leibach beinhaltet eine Resolution, mit der sich der Rat gegen die Errichtung positionieren soll.

FWG-Fraktionsmitglied Jürgen Bammel sieht die Sachlage ähnlich wie Hilmer. „Hier geht es nur wieder darum, dieses Thema erneut nichtöffentlich zu behandeln.“ FWG, SPD und FDP sprechen von einem „Vertrauenbruch“ und fordern Akteneinsicht.

Wer am Dienstag, 22. Juni, um 19 Uhr im Hotel Hubertus als Zuhörer dabei sein will, kann sich ab heute per E-Mail an info@brome.de als Zuhörer anmelden. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Plätze begrenzt und die Vergabe erfolgt nach Eingangszeitpunkt der E-Mail.  hib

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