FC reagiert auf Schäden

Erneut Vandalismus am Sportheim

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Vandalismus am Bromer Sportheim: Bretter der Deckenverkleidung hängen herunter, die blaue Tonne – in die den Brandspuren nach der „Polen-Böller“ gesteckt wurde – hat es komplett zerfetzt.

Brome – Immer wieder gibt es Schäden am Bromer Sportheim. Der Vandalismus belastet die ehrenamtlichen Helfer, die sich mehr Einsatz von der Gemeinde wünschen. Der sind aber die Hände gebunden und sie verweist auf die Versicherung und die Polizei. Der FC räumt selbst auf.

„Das ist schon lange kein harmloser Jungenstreich mehr“, sagt René Wedekind, wütender Leiter der Fußballsparte des FC Brome. Schon wieder hat es am Bromer Sportheim Vandalismus gegeben.

„Samstag haben wir die blaue Tonne rausgestellt“, berichtet Wedekind. „Im Laufe des Tages muss die dann jemand in den Eingangsbereich gestellt und einen Polen-Böller reingeworfen haben.“ Der Sprengkörper hatte vermutlich mehr Kraft, als die in Deutschland legale Ware zu Silvester. „Das war ‘ne ganz schöne Druckwelle“, schätzt Wedekind und verweist auf die Schäden. Im Eingangsbereich sind Deckenlampen beschädigt und Bretter der Deckenverkleidung hängen herunter, innen sind Urkunden von der Wand gefallen und die Mülltonne hat es gleich komplett zerfetzt. „Mich wundert, dass die Glaskästen noch hängen“, sagt Wedekind.

Das sei aber auch gut so, denn er fürchtet, auf den Kosten sitzen zu bleiben. Von der Politik sei er enttäuscht, die Gemeinde könnte sich seinethalben ruhig mehr einbringen. Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert verweist auf die klare Vertragslage: „Die Gemeinde stellt dem FC die Gebäude kostenlos zur Verfügung, für alles andere muss er dann sorgen.“ Man mache schon viel für den Verein, wie kürzlich die Abwasserleitung und den Gasanschluss. In Fällen wie Einbruch und Vandalismus könne die Gemeinde nichts machen, aber man wäre entsprechend versichert. „Natürlich kann ich den Ärger verstehen“, sagt Borchert, „aber wir können nicht die Haftung dafür übernehmen.“ Er sieht viel mehr die Polizei in der Pflicht, für Recht und Ordnung zu sorgen. Das gestaltet sich beim Sportheim, das außerhalb des Fleckens liegt, allerdings wohl schwierig.

„Es wird immer wieder eingebrochen und randaliert“, berichtete Wedekind. Schon bei den Vorfällen im letzten Jahr hatte der FC Reparaturen selbst vorgenommen. Das Jugendheim habe man sogar vergittern müssen, den Zigarettenautomaten außen positioniert. „Der wurde schon öfter gesprengt und abgebaut“, ärgert sich Wedekind. Das Sportheim sei zwar abseits gelegen, aber er wünscht sich eine bessere Gebäudesicherung. Die Gemeinde könne etwa eine Kamera installieren. Borchert verweist auf ein Gespräch, das für Februar angesetzt ist, in dem Aufgaben und Pflichten für Gemeinde und Verein in neuen Verträgen festgehalten werden sollen. Wedekinds Alternative sieht offene Türen vor: „Wir überlegen schon, nichts mehr abzuschließen“, sagt er. „Bei uns ist sowieso nichts zu holen.“ Immer wieder Türen reparieren zu müssen, sei kostspieliger.

„Wir machen das alles ehrenamtlich, so langsam wird es zu einer Belastung“, erklärt Wedekind. Auch im jüngsten Fall wird sich der FC selbst helfen. „Der Platzwart ist Tischler und repariert die Decke“, berichtet Wedekind. Ein Elektriker aus dem Verein kümmert sich ehrenamtlich um die Beleuchtung. Vor dem Samtgemeindeturnier am Samstag soll alles wieder in Ordnung sein.

VON DENNIS TESCH

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