Brome: 38 Flüchtlinge finden im Pastor-Bammel-Haus vorübergehend eine Bleibe

Es ist endlich Ruhe eingekehrt

Der Außenbereich des Pastor-Bammel-Hauses in Brome wird für die wärmeren Tage schon einmal aufgeräumt und hergerichtet.
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Der Außenbereich des Pastor-Bammel-Hauses in Brome wird für die wärmeren Tage schon einmal aufgeräumt und hergerichtet.

Brome. Die Stimmung und das Miteinander der Flüchtlinge untereinander und mit dem Personal im Pastor-Bammel-Haus (PBH) in Brome ist entspannt.

Nachdem im vergangenen Sommer rund 70 Flüchtlinge in der Bromer Einrichtung eine Unterkunft fanden und es kurz darauf Probleme mit der damaligen Betreiberfirma gab, ist Ruhe eingekehrt.

Der Aufenthaltsraum wird sehr gut angenommen. Neben einer Kinderspiel- und Sitzecke gibt es auch einen Fitnessbereich.

Zentraler Punkt im PBH ist der Aufenthaltsraum. Wie Leiterin Silvana Friedrichs berichtet, soll noch gestrichen werden. Ansonsten sieht es mit einer Sitz-, einer Fitness- und einer Spielecke sehr wohnlich und gemütlich aus. „Der Aufenthaltsraum wird viel genutzt. Jeden Morgen ab 7 Uhr wird erstmal sauber gemacht“, beschreibt Friedrichs den Ablauf.

Auch im Außenbereich hat sich einiges getan. Der Rasen wurde gesäht, eine Sitzgarnitur wird selber gebaut und drei Sonnenliegen können demnächst kostenlos beim DRK abgeholt werden. Wippe, Schaukel, Sandkasten und eine Wäschespinne sind vorhanden. Dennoch sind Spenden für Spielsachen gerne gesehen. Hartnäckig bleibt die Leiterin des PBH beim VfL Wolfsburg wortwörtlich am Ball, um ein Fußballtor zu bekommen.

Genauso, wie die Bewohner des PBH eigenständig ihren Putzdienst einteilen, läuft es auch in der Gemeinschaftsküche. Nach dem Kochen wird aufgeräumt und gewischt. „Ich muss hier ganz schön auf meine Figur aufpassen. Wir werden hier ständig verköstigt. Regelmäßig bekomme ich selbstgebackenes Brot geschenkt“, schmunzelt Friedrichs. Ein gemeinsames Grillfest habe es auch schon gegeben. Das fördere die Gemeinschaft. Bei Backblechen sei die Nachfrage sehr groß.

Gut angenommen werden die Deutschkurse. Daran nehmen montags bis donnerstags insgesamt 60 Personen teil – 38 leben im PBH. Ein Großteil der Bewohner hat in kürzester Zeit eine Wohnung gefunden. „Das mag auch daran liegen, dass die Scheu der Leute, eine Wohnung an Flüchtlinge zu vermieten, gesunken ist. Viele Vermieter geben ihre positiven Erfahrungen auch weiter“, weiß Friedrichs.

Gut ausgestattet ist die Kleiderkammer. Hier, so die Leiterin, können aber auch andere Familien gerne vorbei kommen und sich Kleidung aussuchen.

Friedrichs ist rundum glücklich: „Es gibt keine Schwierigkeiten. Die neuen Bewohner werden von den alten gut informiert.“ Die 38 Bewohner kommen aus dem Sudan, aus Somalia, von der Elfenbeinküste, aus dem Irak, Iran und der Türkei. Drei Familien mit insgesamt sechs Kindern leben im PBH, die anderen sind alleinstehende Männer. Für alleinreisende Frauen gibt es in Kästorf ein Haus und in Wittingen wurde eine so genannte Frauen-WG gegründet.

„Derzeit kommen weniger Flüchtlinge in den Kreis Gifhorn. Waren es vor Kurzem noch 25 pro Woche, ist die Zahl nun auf zehn zurückgegangen. Keiner kann allerdings sagen, wann sich das wieder ändert“, weiß Michael Funke, Fachbereichsleiter bei der Kreisverwaltung. „Die Quote für den Landkreis von 1170 Flüchtlingen hat noch Bestand. Derzeit haben wir 950“, berichtet Simone Sauerbrei, stellvertretende Abteilungsleiterin. Kalkulieren könne man nicht.

Von Carola Hussak

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