„Faltenradio“ gastiert im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage auf Burg Brome

Eigenwillig und unterhaltsam

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Gerhard Döpkens, Vorsitzender des Sparkassen-Vorstandes, begrüßte die Gäste vor der Burg Brome.

Brome. Eine prächtige Bühne bot der Innenhof der Burg Brome am Sonntag für ein ebenso ungewöhnliches wie mitreißendes Konzert: Die vier Musiker des österreichischen Ensembles Faltenradio gastierten im Rahmen der 31.

Niedersächsischen Musiktage in der 800 Jahre alten und sorgfältig sanierten Anlage und interpretierten das Motto der Veranstaltungsreihe „Raum“ auf eigenwillige und höchst unterhaltsame Weise.

Die erste Überraschung: Die vier Musiker traten auf und zogen sich zum Erstaunen der 180 Besucher gleich wieder zurück. Nachdem der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg, Gerhard Döpkens, die Gäste begrüßt hatte, wurde rasch klar, was die Gruppe beabsichtigte. Im Obergeschoss am geöffneten Fenster erklang das erste Stück, überaus virtuos und zugleich sehr musikantisch, für das es den ersten kräftigen Beifall gab. Döpkens hatte unter anderem betont, dass ein Konzert mit derart hochkarätigen Musikern auch dem Zweck diene, den Veranstaltungsort Burg Brome in weiterem Umkreis bekannt zu machen.

Martina Fragge vom Veranstalter Musiktage forderte das Publikum auf, dem Musikanten mit der roten Weste zu folgen, sobald er auftreten werde. Dann kam auch schon Andreas Maurer mit dem Knopfakkordeon um die Ecke, fröhliche Alpenmusik schwungvoll intonierend und mit landestypischen Jauchzern untermalt. Die ersten Gäste reagierten spontan und schlossen sich ihm an, als er um die erste Mauer strebte. Allein stieg er den Wall neben der Burg empor, unter dem sich der Lagerkeller befindet, um oben seine drei Mistreiter anzutreffen und mit ihnen gemeinsam Volksmusik vom Allerfeinsten zu spielen.

Ein ungewöhnlicher Blick empor zum Ensemble Faltenradio, das auch den Wall neben der Burg als Raum erschloss, dem Motto der Musiktage folgend.

So wurde das Konzert nie langatmig: Es folgten immer wieder Überraschungen zu einer Musik, deren Qualität herausragend war. Die vier Musiker, neben Maurer noch Alexander Neubauer, Stefan Promegger und Matthias Schorn, sind Solovirtuosen bei den Wiener Philharmonikern und Wiener Symphonikern und geprägt durch eine unbändige Freude an Musik aller Art sowie hohe Professionalität der Darbietung.

Das Konzert ging weit über das bloße Klangerlebnis hinaus; das gesamte Gelände der Burg wurde in die Vorstellung einbezogen. Der klingende Parcours war darauf angelegt, alle Besucher zu neuen optischen und akustischen Raumerlebnissen einzuladen. Geboten wurde zudem eine große Bandbreite aus Volksmusik, Klassik sowie jüdisch oder arabisch anmutenden Stücken. Das aktuelle Programm von Faltenradio heißt „Respekt“ und widmet sich der Mitmenschlichkeit, ruft dazu auf, aufgeschlossen gegenüber Neuem zu sein. Mit Klarinetten und Knopfakkordeon wurde die Burg im Sturm genommen.

Von Horst Michalzik

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