Landkreis stockt Hilfe auf

Eichenspinner: „Ein Trauerspiel“ – Parsau und Rühen trifft Absage vom Land hart

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Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist eine teuere Angelegenheit. Die betroffenen Kommunen hatten auf Unterstützung vom Land gehofft, wurden aber bitter enttäuscht.

Parsau / Rühen – Die Absage vom Land in Sachen Finanzierung der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) hat den Landkreis Gifhorn hart getroffen (das IK berichtete). Besonders hart aber trifft es die stark belasteten Gemeinden Parsau und Rühen.

Sie blicken langen und vor allem teuren Jahren des Kampfes entgegen.

Kerstin Keil, Bürgermeisterin in Parsau

„Das ist eine Sauerei“, findet Kerstin Keil, Parsaus Bürgermeisterin, deutliche Worte. Im Gespräch vor Ort habe Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) auch finanzielle Mittel zugesichert, so hätten es alle Anwesenden aufgefasst. Schließlich sei die Bedrohung durch den EPS dem Politiker im Vollkörperschutzanzug deutlich gemacht wurden. Auch mehrere Briefe habe Keil teils zusammen mit anderen Betroffenen geschickt, sogar persönlich mit Lies gesprochen. Auch mit Blick auf die gelungene Unterschriftensammlung hatte Keil auf Unterstützung gehofft. „Die Petition sollte garantieren, dass wir vom Land angehört werden“, sagt sie. Doch auch das ist nicht geschehen. „Das macht einen sehr ärgerlich.“

Das Problem sei „zu regional“ für das Land, erklärt Keil. „Dabei ist der EPS-Befall ein Katastrophenfall, ähnlich wie Hochwasser.“ Auch zeigten die neuesten Ausbreitungskarten, dass die gefährlichen Insekten keinesfalls nur ein regionales Problem seien. „Man hat Angst: Wenn wir was kriegen, kommen alle“, vermutet Keil. Alleine könne sich die Gemeinde aber nicht dauerhaft gegen das Problem stemmen. „Das können wir uns schlichtweg nicht leisten“, beklagt Keil. Zwar sei die Bekämpfung in diesem Jahr gut verlaufen, das hatte aber auch seinen Preis. Und auch bei allen Erfolgen, müssen die fünfstelligen Beträge jedes Jahr wieder eingestellt werden. „Das tut sehr, sehr weh“, sagt Keil. Das gelte auch für die permanente Abweisung durch das Land.

Karl Urban, Bürgermeister in Rühen

Wut und Unverständnis empfindet auch Rühens Bürgermeister Karl Urban. „Das ist ein Trauerspiel“, sagt er. Auch ihn ärgert besonders, dass man den Aufwand einer Petition, die schließlich die Bedeutung des EPS-Befalls für die vielen Menschen in der Region deutlich gemacht habe, umsonst geleistet hat. „Versprechen wurden einfach nicht eingehalten“, klagt er an. Urban selbst will aber nochmals mit Lies sprechen, weiter Druck machen.

Bei allen Absagen durch das Land, hebt Urban aber den Einsatz des Landkreises Gifhorn hervor. „Wenigstens der kümmert sich“, zeigt Urban sich dankbar. In einem kürzlich stattgefunden Meeting habe der Landkreis sogar noch mehr Hilfe bei der Bekämpfung als bisher zugesichert: „Der Landkreis will jetzt 25 Prozent auf die komplette Summe bezuschussen“, freut sich Urban. Vorher galt das nur für alles oberhalb von 10.000 Euro.

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