Kampf gegen Eichenprozessionsspinner

Schifffahrtsamt setzt am Mittellandkanal bei Rühen auf Fressfeinde

Der Mittellandkanal in Rühen.
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Das Schifffahrtsamt setzt am Mittellandkanal bei Rühen auch auf Fressfeinde.
  • Hilke Bentes
    vonHilke Bentes
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Rühen/Vorsfelde – Der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner in der Samtgemeinde Brome ist nicht nur Sache von Kreis und Kommunen. Auch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes nimmt dieses Jahr wieder eigene Bekämpfungsmaßnahmen vor. Der Außenbezirk Vorsfelde ermittelt die Auswahl der zu behandelnden Flächen, die sich nach den für den Betrieb der Wasserstraße erforderlichen Notwendigkeiten richten.

Erste Berührungspunkte mit dem hartnäckigen EPS-Befall hatte das Schifffahrtsamt nach der jährlichen Baumschau im Jahr 2018. Der Mittellandkanal ist als ein künstliches Gewässer eingestuft, sodass der Bund auch für die Pflege und Entwicklung der Bundeswasserstraße zuständig ist. Auch die Verkehrssicherungspflicht ist ein wichtiges Aufgabengebiet für das Amt. Die Umsetzung dieser Pflicht drohte durch den schlechten Zustand der befallenen Bäume rund um den Mittellandkanal nicht mehr erfüllt zu werden. Alleine auf einer Strecke von 2,5 Kilometern wurde dem Amt empfohlen, 90 Eichen zu fällen: Der Schaden an den Bäumen durch den Befall des Eichenprozessionsspinners war immens.

In der EPS-Hochburg rund um Rühen am Mittellandkanal befindet sich gleichzeitig aber auch eine Liegestelle für Binnenschiffer. Für das Schifffahrtsamt gab es damit zwei Probleme: Die Verantwortlichen wollten die Liegestelle für die Binnenschiffer weiterhin attraktiv halten, aber auch nicht die alten, betroffenen Eichen fällen. Da durch die Nähe zum Gewässer sowieso keine Biozide zum Einsatz kommen durften, wurde daher in den letzten Jahren viel Geld für das Absaugen ausgegeben.

Neben der Maßnahme zur Bekämpfung hat der Außenbezirk Vorsfelde aber auch präventive Maßnahmen im vergangenen Jahr eingeleitet, um dem starken EPS-Problem auf mehreren Stellen zu begegnen. Durch das Aufhängen von rund 150 Nistkästen sollen vermehrt Singvögel und Käfer als natürliche Fressfeinde der Raupen am Gewässer angesiedelt werden. Das ökologische Gleichgewicht soll damit wiederhergestellt werden.

Neben der Erstellung von Nistkästen wurden auch Blühstreifen zum Anlocken und Vermehren von Insekten entlang des Mittellandkanals geschaffen.

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