Initiatoren erarbeiten Schlachtplan mit Politikern

Eichenprozessionsspinner: Petition an Landtagspräsidentin 

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Sprachen über den EPS: Landtagsabgeordneter Tobias Heilmann (v.l.) mit Anna Hoffmeister und Jens Hohnke. 

Rühen – Die Petition „Finanzielle Unterstützung durch das Land Niedersachsen zur Bekämpfung der Eichenprozessionsspinnner (EPS)“ hat ihr Quorum erreicht.

Um das weitere Vorgehen zu planen, trafen sich die Initiatoren der Petition, die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden und Vertreter des Landkreises mit dem Landtagsabgeordneten Tobias Heilmann.

„Das Echo ist klar“

Anna Hoffmeister berichtete im Hotel Rühen eingangs, wie die Petition zustande kam. Sie besuchte darum die Informationsveranstaltung des Arbeitskreises im Januar. Erfreut über die Ergebnisse desselben, aber auch verärgert über die Untätigkeit des Landes habe sie sich gedacht: „Ich als kleine Bürgerin kann zu sehen und meckern oder selber etwas tun“, berichtete Hoffmeister. Noch am gleichen Abend erstellte sie die Petition. Trotz des „unglücklichen Titels“ wurde das Ziel schnell erreicht. „Das Echo ist klar“, sagte Hoffmeister.

Schweigen vom Land

Zusammen mit Jens Hohnke, der die Petition maßgeblich vorantrieb, habe sie eine Stellungnahme an den Landtag geschickt. Seither warten sie auf Antwort. „Von Bürgernähe kann keine Rede sein“, sagte Hohnke. „Ich nehme nicht wahr, dass da etwas passiert“. Nur wenige Abgeordnete aus den Reihen der FDP, SPD und AfD hätten sich gemeldet. Ähnliches berichteten Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert sowie Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann: Sie hätten ohne Erfolg diverse Ministerien angeschrieben.

„Kleine Katastrophe“

Der Landtagsabgeordnete Heilmann dankte Hoffmeister und Hohnke: „Bürgerliches Engagement belebt die Politik.“ Für die Landesregierung sei der EPS aber kein Thema. Der Vergleich mit Sachsen-Anhalt hinke, da dort die vierzehnfache Fläche betroffen sei. Tülaus Bürgermeister Martin Zenk bezeichnete den EPS als „kleine Katastrophe“, verwies auf Notfallfonds und erhielt große Zustimmung. „Hannover schaut auf blanke Zahlen“, sagte Heilmann. Er hingegen kenne den EPS auch aus seinem persönlichen Umfeld und sehe ein, dass schnell gehandelt werden müsse. „Wir müssen jetzt Maßnahmen ergreifen, auch, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.“ Seine Handlungsempfehlung laute daher, die Gemeinden finanziell zu unterstützen, damit diese „nachhaltig Arbeiten“ können.

Lies scheidet die Geister

Heilmanns Haltung kam den Forderungen der Anwesenden sehr entgegen. Nur bei einem Punkt schieden sich die Geister: Der Landtagsabgeordnete nahm Umweltminister Olaf Lies in Schutz. „Er hat lediglich Unterstützung in Sach- und Rechtsfragen zugesichert“, sagte Heilmann. Rühens Bürgermeister Karl Urban und andere widersprachen, sie hatten Lies’ Äußerungen als deutliche Zusage zu finanzieller und koordinatorischer Hilfe vernommen, passiert sei nichts. „Er hat einen runden Tisch der vier beteiligten Ministerien ins Leben gerufen“, berichtete Heilmann weiter.

Übergabe am 28. März

Um jedoch auch die finanzielle Sicherung der EPS-Bekämpfung voranzutreiben, soll die Petition von Hoffmeister nun medienwirksam übergeben werden. Heilmann hatte dazu im Vorfeld bereits mit der Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta gesprochen. „Sie wird bei der Übergabe dabei sein“, freute sich Heilmann.

Er schlug Donnerstag, 28. März, zwischen 15 und 17 Uhr vor. Die Einzelheiten, etwa ob man mit mehreren Bussen vorfahren solle, werden noch besprochen. „Wenn auch das nichts bringt“, drohte Urban, „dann schmeiß ich ein paar Nester in den Landtag.“

VON DENNIS TESCH

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