„Müssen Ärgernis ernst nehmen“

Eichenprozessionsspinner – Kreistag sagt Gemeinden Unterstützung zu

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Besonders Rühen (Foto) und Parsau haben wieder sehr unter dem Raupenbefall zu leiden. Nun hat der Kreistag Unterstützung für die Kommunen beschlossen. 

Samtgemeinde Brome – Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS) hoffen die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Brome und der Landkreis Gifhorn stark auf Unterstützung der Landesregierung. Diese ist trotz mehrfacher Zusagen bislang ausgeblieben.

Ob und wann sich daran etwas ändert, ist unklar. Daher hat der Kreistag in seiner Sitzung am Mittwochnachmittag beschlossen, den betroffenen Gemeinden unter die Arme zu greifen.

So hatten die Grünen in einem Antrag das großflächige Absaugen der Raupen und die Stärkung ihrer natürlichen Feinde gefordert. Nut in Ausnahmefällen solle ein Bacillus-thuringiensis-Präparat in Außenbezirken eingesetzt, auf großflächiges Versprühen aus der Luft sowie den Einsatz anderer Insektizide solle ganz verzichtet werden. Außerdem soll die Landesregierung aufgefordert werden, die Kosten für die mechanischen Maßnahmen (Absaugen) zu übernehmen, wie Dr. Arne Duncker (Grüne) ausführte. „Das Befliegen hat erwiesenermaßen nur eine Effizienz von 70 Prozent. Da sollten wir präziser vorgehen, mit mechanischen Maßnahmen.“ Stefan Marzischewski-Drewes (AfD) kritisierte dies als nicht ökonomisch. Jochen Gese (CDU) betonte, dass man die Zuständigkeit der Gemeinden nicht brechen dürfe. „Außerdem ist die Befahrbarkeit nicht überall gegeben.“ Duncker erklärte: „Wir möchten einfach nur eine Vertauschung von Regel und Ausnahme.“

Jürgen Völke (ULG) erklärte den Antrag der Mehrheitsfraktion: „Wir müssen dieses Ärgernis ernst nehmen.“ Wenn einer Gemeinde mehr als 10 000 Euro an Kosten für die Bekämpfung des EPS entstehe, solle der Landkreis 25 Prozent übernehmen. Dieser wurde mit großer Mehrheit angenommen. Ein Ergänzungsantrag der AfD, 50 Prozent zu übernehmen, fand dagegen keine Mehrheit, ebenso wenig der Antrag der Grünen.

Parsaus Bürgermeisterin Kerstin Keil (CDU) freut sich sehr über diese Unterstützung. „Das ist wirklich super. Natürlich würden wir uns wünschen, dass das Land alles übernehmen würde“, sagt sie lachend. „Aber ob da noch was kommt, weiß man ja nicht. Von daher freuen wir uns natürlich, dass der Landkreis uns da unter die Arme greift.“ Die Firmen für die Bekämpfung des EPS seien bereits beauftragt, eine Befliegung könne voraussichtlich in der 19. Kalenderwoche stattfinden. „Das ist natürlich auch witterungsabhängig – und vom Terminplan für den Hubschrauber“, führte Keil aus.

VON DENNIS KLÜTING

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