Jeder kann mithelfen / Das tut der Landkreis

Eichenprozessionsspinner: „Hausmittel“ für jedermann

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Jeder der Anwesenden könne etwas gegen den Eichenprozessionsspinner tun, sagte Denis Ekarius auf der Informationsveranstaltung in Parsau. Mit ein paar gepflanzten Blumen stärke man die Fressfeinde.

Parsau – Zu der jüngsten Info-Veranstaltung des Landkreises Gifhorn zum Eichenprozessionsspinner (EPS) kamen zahlreiche Bürger. Immer wieder kam die Frage auf, wie man den gefährlichen Insekten am besten beikommen könne.

Die Antwort zeigt: Jeder kann mit wenig Aufwand etwas im Kampf gegen den EPS tun.

Denis Ekarius, Inhaber des Baumdienstes Ekarius, der im vergangenen Jahr eng in den Kampf gegen den EPS eingebunden war, hatte hilfreiche „Hausmittel“ im Gepäck: „Das Beste ist neben dem Besprühen die natürlichen Feinde der Insekten zu stärken.“ Dem pflichteten auch Landrat Dr. Andreas Ebel und Forstamtsleiter Andreas Baderschneider bei. Sie erklärten, dass einer Populationsexplosion wie der des EPS auch immer ein erhöhtes Aufkommen von Fressfeinden nachfolge. „Nur eben verzögert“, sagte Ebel.

Um die Entwicklung der Fressfeinde zu stärken, könnte jeder Blumen pflanzen oder Wiesen streuen. Durch die Trockenheit im letzten Jahr seien viele blühende Pflanzen eingegangen. „Die Schlupfwespe braucht aber Nektar“, erklärte Ekarius. Wie sie seien im vergangenen Jahr rund 70 Prozent der Fressfeinde des EPS verhungert, was auch zu dessen Ausbreitung beigetragen hätte.

„Mit ein paar Blumen kann man die Wespen unterstützen“, so Ekarius. „Eine Schlupfwespe legt 150 Eier ab. Das bedeutet 150 Raupen weniger und 150 neue Schlupfwespen und so weiter.“ Auch andere Nützlinge, wie Raupenfliegen und Waldameisen, könne man unterstützen. „Wir haben schon Waldboden mit Rindenmulch abgedeckt“, berichtete Ekarius, denn die Ameisen brauchen es warm.“ Man könne auch Brutkästen aufstellen, um etwa die Kohlmeise zu unterstützen.

Auch der Landkreis macht mit: „Wir erstellen ein Alleen-Kataster und pflanzen nach, wo es nötig ist. Gräser an Straßen werden länger stehen gelassen, um Insekten zu schützen“, sagte Ebel. Auch die Landwirte würden an Feldrändern blühende Pflanzen stehen lassen.

Dazu werde aber eben auch großflächig mit dem bacillus thuringensis gesprüht. Dieser greift die Fressorgane des EPS an, sei aber für andere Lebewesen ungefährlich. „Der darf auf jedem Biohof angewendet werden“, erklärte Ekarius. Allerdings würden alle Schmetterlingsraupen angegriffen, was auch zu einer Futterknappheit bei Vögeln führen könnte, mahnte Stephanie Schindler von der Unteren Naturschutzbehörde an. „Der Arbeitskreis hat abgewägt, dass es das verträglichste Spritzmittel ist“, erklärte Ebel. „Der Bevölkerungsschutz geht hier über den Naturschutz.“

VON DENNIS TESCH

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