Umweltausschuss beurteilt Bekämpfung

Eichenprozessionsspinner: Erfolg auch im Drömling

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Martin Zenkt (r.) zeigt verpuppte Eichenprozessionsspinner und weitere Schädlinge an Eichen im Drömling.

Drömling – Der vom Landkreis Gifhorn koordinierte Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS) hat einige Erfolge zu verzeichnen. Zu diesem Schluss kam der Umweltausschuss, der vom Forsthof in Kaiserwinkel aus den Drömling bereiste.

„Ich glaube, es ist gut gelaufen“, sagte Kreisrat Mirco Schmidt eingangs.

Im externen Arbeitskreis habe man die wirtschaftlichste und effektivste Methode im Kampf gegen den EPS gewählt. Schmidt erklärte, mit der Tour durch den Drömling wolle man eine subjektive Bilanz der Bekämpfung ziehen. Am 12. September tagt noch einmal der Arbeitskreis, in dem Experten aus der Forstlichen Versuchsanstalt ein erstes objektives Fazit ziehen.

Bevor die Delegation in Kleinbussen in den Drömling fuhr, erläuterte Martin Zenk vom Natur- und Landschaftsschutz, dass nicht nur der EPS den Bäumen schade: „Ins Eichensterben spielen auch andere Schädlinge und Trockenheit rein.“ Daher seien auch im bekämpften Gebiet angeschlagene Bäume zu sehen.

Der Vorsitzende Jochen Gese wies zudem auf sinkende Wasserstände hin. Förster Stephan Sudenfeld erinnerte an die Anhebung des Wasserspiegels 2012 und das sehr nasse Jahr 2017. Auch das bedeute Stress für die Bäume. Der EPS sei dann das Sahnehäubchen: „Vier oder fünf Jahre Kahlfraß schaffen die Bäume nicht.“ So würden derzeit über 200-jährige Eichen sterben, die eigentlich bis zu 600 Jahren alt werden können.

Bei der Bereisung zeigten sich dann die Unterschiede. In einem nicht behandelten Gebiet bei Croya zeigte Zenk Nester mit verpuppten EPS und den Schaden, den diese angerichtet hatten. Zudem zeigten sich weitere Schädlinge wie Mehltau an den befallenen und geschwächten Bäumen. In behandelten Gebieten sah das jedoch ganz anders aus. Zwar zeigen sich auch dort vereinzelt befallene Bäume, aber im Ganzen seien etwa 70 Prozent der Population vernichtet worden. Laut Zenk ist eine komplette Vernichtung weder gewollt noch möglich. „Wir wollen die Menschen schützen“, betonte er. Das scheint gelungen: „Es gab quasi keine Beschwerden“, freute sich Schmidt.

Derweil geht das Monitoring weiter: Die kommende Eiablage des EPS wird beobachtet. Eine Zählung im Herbst und eine Berechnung der Schlupfwahrscheinlichkeit werden am Jahresende weitere objektive Werte für den Erfolg der Bekämpfung liefern.

VON DENNIS TESCH

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