Falsche Nägel: Statiker stellt Mängel fest / Dachtraglast ist eingeschränkt

Ehraer Turnhalle im Winter dicht

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Das Dach der Turnhalle in Ehra bereitet Probleme: Falsche Nägel mindern die Traglast. 

Ehra – Im Winter soll in der Ehraer Turnhalle kein Betrieb mehr stattfinden – zumindest nicht bei Schneefall.

Auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Ehra-Lessien berichtete Bürgermeister Jörg Böse über ein Gutachten zur Turnhalle in Ehra. So habe ein Statiker das Gebäude untersucht und Mängel am Dach und dessen Trägerkonstrukt festgestellt. „Die dort verbauten Nägel haben anscheinend weder die richtige Stärke oder Länge und sind auch nicht aus dem richtigen Material“, sagte Böse. In den Bauunterlagen seien aber die korrekten Nägel eingetragen.

Die Dachtraglast sei jedenfalls eingeschränkt, erhöhte Last wie durch Schnee könnte zur Gefahr werden. „Schon jetzt sind Absenkungen zu erkennen“, so Böse. „Sollte es also je wieder richtig Schnee geben, sollten wir den Betrieb einstellen.“

Auch die Planschmiede habe bei diversen Besuchen Mängel erkannt. So sei die Elektrik noch größtenteils aus den 70er Jahren. Einige Leuchtmittel sind kaputt, der Austausch in 5,5 bis 6 Metern Höhe lohne aber nur, wenn man gleich mehrere Röhren austausche. Die Fußbodenheizung sei nicht mehr zeitgemäß und „wirr“ verlegt: „Wir wissen nicht genau, wo die Anschlüsse liegen“, sagte Böse. Die Planschmiede arbeite Sanierungs-Möglichkeiten aus und lege diese bis August vor.

Ein Neubau sei derweil vom Tisch. „Die Sanierung lohnt sich noch“, sagte Böse. Allerdings müsse man dann mindestens drei Optionen gegeneinander abwägen, auch mit Blick auf das Dach. Die „Nulllösung“, wie Böse sie nannte, wäre nichts zu unternehmen und die Halle im Winter zu schließen. Man könnte auch das Dach von unten angehen, dann aber keine weiteren Sanierungen vornehmen. Schließlich könnte man sowohl Dach als auch die anderen Problemzonen – Belüftung, Licht, Heizung – modernisieren. Die Planungsschmiede stelle für die verschiedenen Optionen mögliche Kosten auf. Der Rat solle dann in seiner Sitzung im August darüber bestimmen.

Peter Albrecht und weitere Ratsmitglieder forderten, die Unterlagen möglichst früh zu erhalten, damit sich die Fraktionen beraten können.

VON DENNIS TESCH

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