Einkaufshilfe in schwierigen Zeiten

Ehra-Lessiens Förderverein unterstützt Senioren auch in Corona-Krise

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Um Senioren auf dem Land beim Einkaufen zu helfen, organisiert Ehras Förderverein Einkaufsfahrten.

Ehra-Lessien – Es gibt in diesen Tagen viele unbeantwortete Fragen, Sorgen und Ängste, die die Bürger hierzulande beschäftigen. Die leeren Regale und geschlossenen Läden führen auch in der Samtgemeinde Brome zu einem traurigen Bild.

Die Gefahr, dass die Menschen zu Einzelkämpfern werden, und sich jeder selbst der Nächste ist, muss in solchen Krisenzeiten verhindert werden.

Dieser Meinung ist die Vorsitzende des Ehra-Lessiener Fördervereins Mosaik, Jenny Reissig. In diesen Tagen ist gegenseitige Hilfe ein gesellschaftliches Gut, das sie und ihre Kollegen aufrecht erhalten wollen.

Jenny Reissig, Vorsitzende des Fördervereins.

Mit Bedauern verkündete Reissig, dass die geplanten Veranstaltungen und wöchentlichen Treffen in Ehras Dorfmittelpunkt nicht mehr stattfinden könnten. „Viele ältere Senioren klönen, spielen und plauschen bei uns, das muss natürlich jetzt vermieden werden.“ Gerade das steigende Alter sei bei dem Krankheitsverlauf einer möglichen Covid-19-Infektion ein Risikofaktor.

Ein Bereich des Vereins soll aber in diesen Tagen aufrecht erhalten und ausgebaut werden: Reissig und ihr Team setzen sich mit Einkaufsfahrten für die Senioren in der Gemeinde Ehra-Lessien ein. „Damit werden wir auch in der Krisenzeit nicht aufhören. Wir werden unser Konzept nur verändern“, erklärt die Vorsitzende.

Bisher war das gemeinsame Einkaufen neben der Alltagshilfe auch ein Stück gesellschaftliche Freizeit für die Senioren. „Wir sind immer zusammen gefahren“, so die Vorsitzende. Das soll sich in der angespannten Lage nun ändern, um den Kontakt in den Supermärkten zu vermeiden. „Es ist auf jeden Fall möglich, dass wir mit dem Einkaufszettel alleine losfahren, um damit das Risiko einzuschränken.“

Wie genau es von den Gemeindemitgliedern angenommen wird, soll die kommende Zeit zeigen. Der Einsatz und die Bereitschaft der ehrenamtlichen Helfer seien auf jeden Fall vollumfänglich da. Reissig erklärt, dass sich das Team auf neue Gegebenheiten einstellen wolle. In den vergangenen Wochen haben neben Reissig sechs Personen bei den Fahrten mit angepackt und auch neben dem Vereinsbus mit privaten Autos die Routen gestemmt. In diesen Wochen, wo Streit um Nudeln und Toilettenpapier aufbrandet, sei eine solche Hilfe ganz wichtig. Nachbarschaftshilfe innerhalb einer Gemeinde könnte die kommenden Wochen erleichtern, so die Vorsitzende Reissig.

VON HILKE BENTES

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