Förderverein will Bevölkerung auf die gefährdeten Insekten aufmerksam machen

Ehra-Lessien wird Bienenort

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Schüler sollen Nistkästen aufstellen und Bienenvölker in Ehra-Lessien ansiedeln, um die hilfreichen Insekten zu schützen und das Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen.

Ehra-Lessien. Der Förderverein „Ehra-Lessien, Ein Dorf – ein Team“ will seine Gemeinde attraktiver machen – für Insekten. Gerade die gefährdeten Wildbienen will man unterstützen und in Nistkästen ansiedeln.

„Die Idee ist in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Bromer Land entstanden“, erklärte Jenny Reissig, Vorsitzende des Fördervereins, im IK-Gespräch. Schnell wurde mit diversen Akteuren ein ambitioniertes Konzept entwickelt. „Eine große Hilfe war Frank Mohrmann“, betonte Reissig. „Schon sein Vater war Imker in Ehra und er kämpft seit 40 Jahren für die Bienen.“ Mohrmann war maßgeblich an der Schaffung des Bienariums in Ruhlstorf beteiligt.

Das Ziel des Fördervereins ist es, etwas für die Überlebenschancen der Bienen und anderer Insekten zu tun. „Wir müssen das Bewusstsein der Bevölkerung schärfen – ohne Bienen keine Nahrungsmittel“, mahnt Reissig. Mit Bedauern sehe sie immer mehr Vorgärten, in denen nur noch Steine und Kiesel liegen. Sie habe bereits mit Bürgermeister Jörg Böse gesprochen und nahe gelegt, Grundstückskäufern etwa einen Bienenstrauch zu überreichen und sie so auf die gefährdeten Insekten aufmerksam zu machen.

Als erste konkrete Maßnahme wurden bereits Flächen in der Dorfmitte beim Mosaik gerodet und dort Blumenwiesen angelegt. Einige Bienenkästen wurden bereits angeschafft und aufgestellt, weitere sollen folgen. „Nach den Sommerferien geht es dann richtig los. Zusammen mit Schülern wollen wir Bienenvölker ansiedeln und später auch Honig ernten“, so Reissig weiter. Neben Nistkästen für Wildbienen will der Förderverein auch allgemein insektenfreundliche Gehölze im Gemeindegebiet aufstellen.

Mit Mohrmann, anderen Imkern aus der Region und Kreisbienenwart Jens Winter sollen sowohl theoretische als auch praktische Erfahrungen vermittelt werden. Dazu soll es immer wieder Informationsveranstaltungen für interessierte Bürger geben.

Das Konzept scheint anzukommen, denn neben den eigenen Anstrengungen des Fördervereins gab es auch eine Spende von den Stadtwerken Gifhorn. Man hatte sich um die Mittel beworben – als Begründung reichten zwei Sätze aus: „Ohne Bienen kein Obst und Gemüse – das Thema geht uns alle an. Jeder sollte nach seinen Möglichkeiten etwas dazu beitragen“, rezitierte Frithjof Siering, Pressesprecher des Fördervereins. „Wir werden uns auch beim Land um Mittel bewerben“, fügte Reissig hinzu.

Von Dennis Tesch

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