Nur geringe Resonanz beim Infoabend im Heidekrug

Ehra-Lessien: Windpark in den Startlöchern

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Die Standorte der sechs Windkraftanlagen stehen fest.

Ehra-Lessien – Die Planungen für den Windpark in Ehra-Lessien stehen. Sechs Windkrafträder sind auf der 104 Hektar großen vom Regionalverband Großraum Braunschweig ausgewiesenen Fläche vorgesehen, wie Projektleiter Niklas Chang von der Windkraftanlagen-Firma WPD am Freitagabend im Heidekrug in Ehra vorstellte.

Vor fünf Jahren, als die Planungen begonnen wurden, waren es noch zwölf, sagte er.

Jedes der sechs Windräder soll eine Leistung von 4,2 Megawatt bringen, eins davon kann als „Bürgerrad“ von interessierten Bürgern betrieben werden, fügte Jörg Richter, Sprecher der Grundstückseigner, hinzu. Der Betrieb sowie die Abrechnung werden von der WPD übernommen, die Erlöse an die Anteilseigener verteilt. Allerdings kostet ein Windrad auch rund vier Millionen Euro.

Die Laufzeit jedes Windrads soll bei mindestens 20 Jahren liegen, erklärte Chang. So lange gilt die Förderung aus dem Energieeinspeisungsgesetz. „Danach muss man schauen, ob man den Strom auf dem freien Markt verkaufen kann. Dann kann das Windrad weitere zehn Jahren laufen“, erklärte er. Der zum Betriebsende erfolgende Rückbau ist durch die WGP gesichert. „Dafür müssen wir eine Bürgschaft in ausreichender Höhe hinterlegen“, antwortete Chang auf die Frage einer Bürgerin.

Viele Interessierte waren nicht zur Informationsveranstaltung gekommen, den zu Beginn sich noch rührenden Widerstand gibt es nicht mehr. Die Windkraftgegner waren nach Aussage vom Podium ohnehin immer auf Kompromisse ausgelegt. Und die Belastungen der Windräder werden klein gehalten. Die vorgeschriebenen Abstände zu Wohnbebauungen werden überschritten, laut Messungen wird der erlaubte Grenzwert der Geräuschentwicklung bereits weit vor den Häusern erreicht.

„Wenn erst einmal die A 39 da ist, merkt man das sowieso nicht mehr“, sagte dazu eine Bürgerin. Auch die Beschattung ist lediglich bei den beiden äußersten Windrädern im Westen und im Osten von Bedeutung. Laut den Berechnungen, die auf permanenter Sonneneinstrahlung beruhen, kann es lediglich passieren, dass das eine Windrad für kurze Zeit morgens, das andere für kurze Zeit abends stillsteht. „Soweit die Beschattung über 30 Minuten hinausgeht, stellen sich die Windräder automatisch aus“, erklärte Chang.

Auch Bürgermeister Jörg Böse zeigte sich insgesamt zufrieden. Denn eine Entwicklung des Ortes wird durch die Windkraftanlagen nicht verhindert, sie ist weiterhin in Richtung Osten möglich. „Richtung Westen ist eine Weiterentwicklung aufgrund der A 39 ohnehin nicht sinnvoll, Richtung Norden ist eher an Gewerbegebiete gedacht“, sagte er. Nach Genehmigung der nun vorgelegten Pläne werden diese dann öffentlich zur Stellungnahme ausgelegt. „Wenn alles glatt läuft, können wir Ende des Jahres bis Mitte 2020 anfangen zu bauen“, sagte Chang. Eingespeist werden soll der Strom dann in das Umspannwerk bei Boitzenhagen in der Nähe der VW-Teststrecke.

VON BURKHARD OHSE

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