Gemeinderat stimmt finanzieller Unterstützung für einen FSJ’ler im Schuljahr 2018/19 zu

Ehra-Lessien lässt Schule im Dorf

Die Grundschule Ehra-Lessien könnte zum nächsten Schuljahr einen FSJ’ler bekommen. Dafür sprach sich nun der Gemeinderat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung aus.
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Die Grundschule Ehra-Lessien könnte zum nächsten Schuljahr einen FSJ’ler bekommen. Dafür sprach sich nun der Gemeinderat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung aus.
  • Carola Hussak
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Ehra-Lessien. Schülern beim Rechnen helfen, die Schulbücherei auf Vordermann bringen, Sportveranstaltungen begleiten oder einfach mal ein offenes Ohr haben – die Aufgaben eines FSJ’lers an einer Schule sind vielfältig.

„Aber sie haben nichts mit dem eigentlichen Schulunterricht zu tun. Sie entlasten und unterstützen die Lehrer“, erläuterte Christine Vette, Rektorin an der Grundschule Parsau und kommissarische Leiterin der Grundschule Ehra-Lessien, Mittwochabend in der Ratssitzung in Ehra. Vette hatte einen Antrag auf Bezuschussung einer FSJ-Stelle gestellt – den der Rat einstimmig genehmigte.

Vorab gab es umfassende Informationen von Vette. Die Grundschule Parsau hat in diesem Schuljahr bereits zum zweiten Mal eine FSJ-Stelle. Seit 2016 bietet das Land Niedersachsen die Möglichkeit, dass sich FSJ’ler für ein Jahr in Krankenhäusern, Altenheimen oder Schulen einbringen können. „Wir haben gesagt, dass das eine gute Idee ist. Allerdings muss man einen Träger für die Kosten finden“, erläuterte die Rektorin. Dafür seien die Gemeinden zuständig. Die Kosten bezifferte Vette auf maximal 6000 Euro jährlich. Zwar gebe die Landesschulbehörde ein Budget, aber die Schulen dürfen sich an diesem Projekt mit nicht mehr als 15 Prozent an den Kosten beteiligen.

Die Rektorin betonte mehrfach, dass ein FSJ’ler nichts mit dem Unterricht ansich zu tun habe. Viel mehr ginge es darum, Lehrer in Situationen zu unterstützen, für die sonst wenig Zeit bleibe. Da es einen Vertrag gebe, dürfe ein FSJ’ler auch die Aufsicht in Pausen oder bei Veranstaltungen übernehmen. „Ich finde das eine gute Sache. So können FSJ’ler Erfahrungen sammeln“, meinte Katinka Ditges (CDU). Sven Grabowski (SPD) sagte, dass er gerne das Konzept kennen würde, was dahinter stecke. Auf seine Frage, wer die Bewerbungsgespräche führe, sagte Vette: „Die führe ich. Mit dabei ist eine Personalvertreterin.“ Bei den Einstellungsgesprächen achte sie genau darauf, was für Personen sie einstelle – genau wie bei Bewerbungsgesprächen, die sie mit Lehrern führe. Dennoch machte Grabowski deutlich, dass er gerne einen Vertreter des Rates dabei haben würde. Vettel zeigte sich nicht abgeneigt.

Dirk Fricke (CDU) betonte, dass für Lehrer eigentlich das Land zuständig sei, aber: „Wir wollen nicht nur die Kirche, sondern auch die Schule im Dorf lassen, daher spricht aus meiner Sicht nichts dagegen.“

Vette merkte noch an, dass der FSJ’ler im Gegensatz zu Parsau in Ehra-Lessien nicht auf seine 40 Stunden kommen werde. Daher könnte man sich überlegen, ob Stunden nicht im Ganztagskindergarten oder bei der Gemeinde geleistet werden könnten. Schlussendlich gab der Rat grünes Licht und plant für das Schuljahr 2018 rund 3000 Euro und für das Jahr darauf 6000 Euro im Haushalt ein.

Von Carola Hussak

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