Tülau: Ehepaar Stendel will Bahnhof renovieren

Landkreis lehnt Bauvoranfrage ab

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Für den Umbau des alten Tülauer Bahnhofs liegt eine Bauvornfrage beim Landkreis Gilfhorn vor. Diese wurde jedoch abgelehnt.

Tülau. „Dagegen ist der Bahnhof Tülau-Fahrenhorst schon fast als Ruine zu bezeichnen“, heißt es unter anderem in einem Bericht in der Reihe „Aktuelles und Geschichte der OHE“ aus dem Jahr 2003.

Diesen Eindruck hat der Bahnhof, der mehr als einen Kilometer außerhalb der Ortsbebauung liegt, über viele Jahre gemacht. Von Schutt und Abfall umgeben lag das Gebäude verlassen in der Feldmark, mit bröckelnder Bausubstanz und „verziert“ mit Graffiti.

Ulrich und Regina Stendel möchten ihren Betrieb von der Ortsmitte Tülaus gern zum alten Bahnhof hin verlagern.

Nun ist neues Leben in die alten Gemäuer eingekehrt. Ulrich und Regina Stendel haben Haus und Grund erworben und die Ärmel aufgekrempelt: Sie wollen aus dem Gebäude ein ansehnliches Wohnhaus machen. Die ersten Schritte sind getan. Wände wurden verputzt, neue Fenster eingebaut und ein Dachdecker hat schon mal ausgemessen, was alles zu tun ist. Die Stendels betreiben ein Dienstleistungsunternehmen in der Forstwirtschaft und nutzen bereits Flächen in der Nähe.

Ihr Betrieb ist derzeit mitten in Tülau angesiedelt. Sie könnten sich einen Sitz am alten Bahnhof sehr gut vorstellen. Zudem sind sie von der Lage des Gebäudes sehr angetan. Nun soll bald eine neue Treppe Erdgeschoss und Obergeschoss verbinden und zu Schlafzimmer und Bad hinaufführen. Bei der Genehmigungsbehörde, dem Landkreis Gifhorn, haben die Stendels eine Bauvoranfrage gestellt. Das IK fragte nach und erhielt die überraschende Auskunft, dass die Anfrage mit „Nein“ beschieden wurde.

Begründet wird diese Entscheidung damit, dass das Gebäude außerhalb der Ortschaft liege und ein Wohnen dort nicht möglich sei. Ganz anderer Meinung ist die Gemeinde Tülau, die von einer bestehenden Einzelbebauung ausgeht und von einem Wohngebäude. So will sich der Rat der Gemeinde mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass das Ehepaar Stendel sich dort ansiedelt, aus dem einst maroden Bau wieder ein Schmuckstück macht und ihren Betrieb von dieser geeigneteren Lage aus führt. Bürgermeister Herbert Lange will sich mit dem Rat solange einsetzen, bis alle Klippen überwunden sind. Dafür kämen eine Satzungsänderung oder auch eine Planänderung als Schritte in Betracht.

Niemand im Gemeinderat Tülau wünscht sich resignierende Bauherren, die sich zurückziehen und das Gelände wieder freigeben als wilde Müllkippe und Ort für den Konsum unterschiedlichster Rauschmittel.

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