SPD-Fraktion möchte Gemeinde fortschrittlich aufstellen / Rat fordert Informationen und Konzept

E-Tankstellen für Ehra-Lessien?

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Volkswagen plant auf seinen Werksparkplätzen etwa 200 Elektroladestationen einzurichten. Die Gemeinde Ehra-Lessien möchte sich schon mal informieren, welche Betreiberkonzepte es gibt.

Ehra-Lessien. 3000 Euro sollen für die Planungen einer Lade-Infrastruktur für Elektromobilität in Ehra-Lessien in den Haushalt eingestellt werden. Dem Antrag der SPD-Fraktion stimmte der Rat zu – allerdings nicht ohne vorheriger Diskussion.

„Das Land rüstet auch im Kreis von Wolfsburg E-Tankstellen auf. 200 Tankstellen sind auf dem VW-Werksparkplätzen geplant. Wir sollten uns fragen, wie wir uns als Gemeinde aufstellen“, erläuterte Peter Albrecht (SPD). Immer mehr Dienstautos auf Elektrobasis würden durch den Ort fahren. Sie könnten eine Ladestation nutzen. Als mögliche Standorte hat Albrecht in Ehra den Sportplatz und den Schützenplatz im Blick – eventuell auch den Schützenplatz in Lessien. „Man könnte mit einfachen Ladestationen anfangen. Die Kosten belaufen sich auf 3000 bis 4000 Euro pro Stück. Vielleicht kann man jemanden von der LSV einladen, der uns ein Betreibermodell vorstellt“, schlug Albrecht vor.

Axel Jordan (CDU) machte ganz deutlich, dass er nicht einsehe, als Gemeinde Ladestationen für Dienstfahrzeuge bereit zu stellen. Ob man normale Ladepunkte schaffen müsste, sei auch fraglich, denn jeder hätte die Möglichkeit, sein Auto zu Hause zu laden. „Und der Ladezyklus dauert acht Stunden“, gab Jordan zu bedenken. Seiner Ansicht nach sollte sich die Gemeinde nicht zum Tankstellenbetreiber machen. Da müsse auch ein gutes Konzept dahinter stehen. Katinka Ditges (CDU) gab zu Bedenken: „Für Touristen oder Durchreiseverkehr würden wir Schnellladestationen benötigen – und sind wesentlich teurer. Mir stellt sich auch die Frage: Wenn die LSW Betreiberkonzepte anbietet – Warum machen sie das nicht selbst? Wir sollten keine 10 000 Euro bereitstellen.“

„Ich sehe nur einen Kritikpunkt: Wer sind die Nutzer? Touristen oder Übernachtungsgästen könnten Hotels eine Ladestation anbieten. Monteure fahren mit ihren Dieselfahrzeugen vor. Anwohner laden zu Hause“, merkte Dirk Fricke (CDU) an. „Wir haben im Ort öfter größere Veranstaltungen, wo die Ladestationen genutzt werden könnten“, ist Albrecht überzeugt. Der Rat kam überein, jemanden von der LSW einzuladen, um Informationen über Betreiberkonzepte zu erhalten.

Von Carola Hussak

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