Auch Flecken Brome spricht sich gegen Ausweisung der Gebiete aus

Drittes Nein zur Entwicklungszone

Auch der Gemeinderat Brome entscheidet sich gegen die Ausweisung einer Entwicklungszone. Damit wird sich nur Tülau beteiligen.
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Auch der Gemeinderat Brome entscheidet sich gegen die Ausweisung einer Entwicklungszone. Damit wird sich nur Tülau beteiligen.

Brome – Auch Brome sagt Nein zur Entwicklungszone. Damit ist bis auf die Gemeinde Tülau keine Kommune in der Samtgemeinde bereit, Flächen im Zuge des Biosphärenreservates auszuweisen (das IK berichtete).

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung entschied sich der Rat bei acht Nein-Stimmen, sechs Ja-Stimmen und bei einer Enthaltung gegen die Ausweisung.

Bereits der Verwaltungsausschuss hatte sich mit der Thematik rund um den Drömling und das vermutlich 2022 anerkannte Biosphärenreservat beschäftigt. „In Sachsen-Anhalt ist die Entwicklungszone sehr weit groß, aber ich selber sehe das kritisch“, erklärte der stellvertretende Bürgermeister Wilfried Klopp (CDU). Mögliche Auflagen würden dem EU-Recht unterliegen, die Gemeinde hätte damit nur noch wenig Einfluss. „Auch wenn es jetzt noch keine bekannten Einschränkungen gibt, ist das sehr schwierig abzuschätzen.“ Bürgermeister Gerhard Borchert war bei der Diskussion zwiegespalten, „Es macht uns kritisch, dass man einfach so etwas geschenkt bekommen sollte. Die Förderung und die Chancen klingen toll, aber ob das ohne Gegenleistung gibt?“ Für Adolf-Karl Müller (FWG) war die Sache klar: „Die Förderungen sind doch Wunschgedanken. Es geht nicht darum, dass man gegen Naturschutzgebiete ist, aber sie müssen auch da ausgewiesen werden, wo sie für die Anlieger keinen Nachteil bringen.“

Ratsmitglied Astrid Leibach (Grüne) sah das anders. Für sie sei die Ausweisung einer Entwicklungszone eine große Chance für Kultur, Gesellschaft und Gemeinde. Und nur weil Einzelne einen Nachteil befürchteten, solle man den anderen Bürgern eine Möglichkeit wie diese nicht verbauen.

Leibach schlug vor, dass nicht der ganze Flecken ausgewiesen werden sollte, sondern in Böckwitz anzuschließen und über Zicherie in einem schmalen Streifen nach Norden über Brome bis nach Altendorf zu gehen. Aber für beide Gedanken fand sich keine Mehrheit. Relativ knapp entschied sich der Gemeinderat dagegen.

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