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Camp Lessien in der Kritik 

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Von: Hilke Bentes

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Ratssitzung in Ehra-Lessien.
Die derzeitige Flüchtlingssituation im Camp Lessien wurde bei der Gemeinderatssitzung diskutiert. Landrat Tobias Heilmann (3.v.r.) war ebenfalls vor Ort. © Bentes, Hilke

In der jüngsten Sitzung des Ehra-Lessiener Gemeinderats brach der seit Monaten schwelende Unmut von zahlreichen Einwohnern über die Flüchtlingsunterbringung im Lessiener Camp heraus.

Lessien – Gefährliche Situationen im Straßenverkehr, aggressives Verhalten in den überfüllten Schulbussen und die Vermüllung der Ortschaft, dazu fehlende Kommunikation, Berichte über unangemessenes Verhalten und hilflose Bürger. Gifhorns Landrat Tobias Heilmann bemühte sich, Ratsmitgliedern und Bewohnern Antworten und Lösungen in der angespannten Lage aufzuzeigen.

Es war ein langer und emotionaler Abend. Zu viele Bewohner in der Unterkunft, zu wenig Einfluss auf das Verhalten der Geflüchteten. Das war der Tenor, den auch Ehra-Lessiens Bürgermeister Jörg Böse spiegelte. „Mit all diesen Problemen fühlen wir uns komplett im Stich gelassen.“ Böse zählte den Landkreis an: „Es findet so gut wie keine Kommunikation mit uns statt, wir haben keinen Ansprechpartner.“ Die sich zuspitzende Lage könne so nicht mehr hingenommen werden, die Lessiener seien am Limit. „Hier ist niemand gegen Geflüchtete, aber es läuft aus dem Ruder.“

Der Landrat hörte sich die Sorgen der Bürger ernst und aufmerksam an. Heilmann schilderte aber auch die für den Landkreis schwierigen Folgen der Kriegssituation. Mit kurz- und langfristigen Maßnahmen hofft Heilmann auf Entspannung. Dazu gehören die dezentrale Verteilung, die Reaktivierung der Haltestelle und ein Betreiberwechsel.

Mehr gibt es in der IK-Printausgabe vom Freitag, 23. September, zu lesen.

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