Nach 2000 Tests im Dorfgemeinschaftshaus

Impfzentrum in Croya schließt

Das Testzentrum in Croya wird geschlossen
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Das Testzentrum in Croya schließt seine Pforten
  • Hilke Bentes
    VonHilke Bentes
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Croya – Sechs Tage noch, dann schließt auch das Corona-Schnelltestzentrum in Croya seine Türen. Lange hatte das Zentrum durchgehalten, anders als viele andere, doch mit Blick auf die durch neue Corona-Verordnungen kostenpflichtig werdenden Schnell-Tests gibt es für die Betreiber Lea-Sophie Göth und Christiane Klein keine andere Option. Die abnehmende Testbereitschaft hinterlässt bei den jungen Frauen aber auch Sorgenfalten.

Denn eins haben die beiden Frauen aus der Gemeinde Tülau zusammen mit den vier Mitarbeitern in Croya festgestellt: Ein negativer Corona-Test gibt den Menschen Sicherheit, und dabei spielt es keine Rolle, ob geimpft oder ungeimpft. „Ich denke schon, dass die Tests auch im kommenden Winter ihre Daseinsberechtigung haben, schließlich gibt es auch immer noch Menschen, die nicht geimpft werden können“, erklärt Klein. Außerdem würden sich auch geimpfte Personen mit Corona anstecken, auch wenn die Verläufe meist in abgeschwächter Form stattfinden. „Übertragen können sie das Virus ja trotzdem.“ Ein tagesaktueller Test, der in unterschiedlichen Lebensbereichen vorgelegt werden kann, würde für einen zusätzlichen Schutz sorgen.

Ob auch einmal ein Impfgegner vor ihnen saß? „Bewusst habe ich das nicht wahrgenommen.“ Ein Urteil über die individuellen Beweggründe stehe ihnen daneben aber auch nicht zu, sagen beide.

Die Einführung von kostenpflichtigen Tests funktioniert in Croya auf jeden Fall nicht. Nebenbei hätten beide es aber auch „schwierig“ gefunden, für die Tests Geld zu verlangen. Auch ein Punkt: „Wir haben keine Kasse. Außerdem glaube ich nicht, dass wir die Abrechnung mit Blick auf die Verordnungen vornehmen dürften, selbst wenn wir wollten“, so Göth.

Für sie steht fest: Am Sonntag, 10. Oktober, ist der vorerst letzte Tag im Testzentrum. Sollte es zu einer fünften Welle kommen und sich die Bedingungen ändern, dann wäre eine erneute Öffnung für beide absolut vorstellbar. Auch, weil sie mit dem Gesundheitsamt einen Beauftragungsvertrag bis Ende 2022 abgeschlossen haben. Auch ihre vier Mitarbeiter Carmen Melhorn, Carmen Tager, Annabell Wilhein und Sylvia Matulovic hätten als Team gut funktioniert.

Nur noch Ärzte und Apotheken als Option

Viele Bürger hätten bereits ihr Bedauern ausgedrückt, dass das Zentrum schließt. „Viele fragen sich, wo sie sich in der Umgebung sonst regelmäßig testen lassen können“, so Göth. Da sind Ärzte oder Apotheken – aber die schnelle Abwicklung im Dorfgemeinschaftshaus in Croya habe sich bewährt, finden beide. Besonders die erste Zeit nach der Öffnung sind viele Menschen gekommen, auch weil die hohen Inzidenzen eine Testpflicht für viele Bereiche des Lebens nach sich gezogen hat. Ob Restaurant-Besuch, Urlaub oder Einkaufscenter: Ein Test hatte bei der noch nicht so hohen Impfquote gerade im Juni und Juli das alltägliche Leben erleichtert. Besonders an den Wochenenden war viel los.

Für die beiden im medizinischen Bereich tätigen Frauen und ihre Mitarbeiter stellten die immer wieder neuen Corona-Verordnungen aber auch eine große logistische Herausforderung dar. „Es gibt hier ganz viel zu dokumentieren, was wir dann ans Gesundheitsamt weiterleiten“, erklärt Klein. Doch die Zusammenarbeit habe immer sehr gut geklappt. Auch bei den ersten positiven Testergebnissen, die „bei uns am Anfang schon für Aufregung gesorgt haben“, habe die Weiterleitung stets gut funktioniert. „Daher geht unser Dank auch an das Gifhorner Gesundheitsamt.“

An die 2000 Tests wurden in Croya vorgenommen. „Klingt vielleicht auf den ersten Blick nicht so viel, aber uns macht das stolz“, sagt Götz. Das Ziel, in der heimischen Region einen Beitrag während der Krise zu leisten, sei erreicht worden. Die beiden betonen, dass es sich bei dem Testzentrum nie um eine Geschäftsidee gehandelt habe. „Dank der Gemeinde Parsau, die uns die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung gestellt hat, sind wir nie in die Miese gekommen.“ Aber großartig Gewinn sei am Ende nicht herausgesprungen. „Das war aber auch nicht der Plan.“

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