Projekt kostet 540 000 Euro

Für den Parsauer Kita-Anbau fällt der Startschuss

Die Kita Fliegenpilz in Parsau.
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540 000 Euro soll der Anbau an der Kita Fliegenpilz in Parsau kosten, der Gemeinderat brachte die Entscheidung einstimmig auf den Weg.
  • Hilke Bentes
    vonHilke Bentes
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Parsau – Bauchschmerzen ob der im Raum stehenden Summe hatte der Gemeinderat Parsau durchaus, aber an der Notwendigkeit des Kita-Anbaus zweifelte niemand. Schon seit mittlerweile drei Jahren will die Gemeinde an den Platzproblemen in der Kita Fliegenpilz etwas ändern. Die Ratsmitglieder hatten – auch wenn der Kitabereich eigentlich nicht die Sache der Gemeinde ist – ein Versprechen abgegeben, um den dringend benötigten Anbau zu realisieren. Nun hat der Rat bei seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend (2. Juni) den endgültigen Startschuss gegeben und muss wohl tiefer in die Tasche greifen als gedacht.

Bürgermeisterin Kerstin Keil (CDU) hatte zu Beginn der Sitzung den Antrag gestellt, dass es nicht beim ursprünglichen Tagesordnungspunkt „Sachstand Kita-Anbau“ bleiben soll. Sie wollte einen endgültigen Beschluss, der das Planungsbüro beauftragt, mit den Ausschreibungen für den Anbau zu beginnen. Mehrere Planungen hatte es gegeben, sei es eine Containerlösung oder Holzbauweise. Nun soll der knapp 60 Quadratmeter große Anbau, der Platz für eine Küche und einen Multifunktionsraum bietet, per Steinbauweise umgesetzt werden. Und das wird laut Planungsbüro teurer als gedacht. „Die Kostenschätzung liegt bei 540 000 Euro“, berichtete Keil. Das sei schon immens mehr, als die letzten Berechnungen ergeben hätten. Doch die Vorgaben für Kitas seien hoch, zum Beispiel braucht die Küchenhilfe einen eigenen Ankleideraum und einen WC-Bereich. „Und dann kommen da natürlich auch die immens gestiegenen Baukosten hinzu“, so Keil. Aber sie betonte, dass der Rat sich in der Vergangenheit klar für dieses Projekt entschieden habe, und dass die Realisierung nicht mehr zur Debatte stehen dürfte. „Wir haben es versprochen.“

Ratsfrau Christine Siegemund (SPD) wollte die Notwendigkeit nicht absprechen, aber die Summe schreckte sie durchaus ab. „Die Kosten für das Inventar kommen ja noch oben drauf, das ist schon happig.“ Sie warf in den Raum, ob nicht gleich der Bau für eine dritte Gruppe mit reinspielen sollte. „Das wäre dann aber auch immens mehr, und dann wirklich gar nicht mehr unsere Aufgabe“, sagte dazu Keil.

„Der Anbau wird die Möglichkeit bieten, dass ein dritter Gruppenraum entstehen kann, aber das muss dann mit der Samtgemeinde und dem Förderverein geklärt werden“, so Keil. Die Gemeinde wolle nun nur für eine verbesserte Situation im Essensbereich sorgen, mehr sei nicht leistbar.

Steven Klatt (SPD) betrachtete die Summe auch aus einem anderen Blickwinkel. „Zu Beginn unserer Planungen stand genau diese Summe im Raum, und schon da hatten wir zugesagt.“ Die Kosten dürften für keinen mehr eine Überraschung sein. „Und umso länger wir warten, umso größer ist das Risiko, dass auch die 540 000 Euro nicht mehr reichen.“ Klatt war dafür, dass mit dem Beschluss endlich Tempo in das Versprechen gelangen sollte.

Der stellvertretende Bürgermeister Fred Marhenke (SPD) schloss sich dem allgemeinen Tenor an. „Und wir können dann im Verlauf der Planungen immer noch entscheiden, wo es Möglichkeiten zu sparen gibt, auch mit Blick auf Eigenleistungen. Aber billiger wird es nicht mehr.“ Marhenke verwies auf die vielen Baugebiete: „Für die vielen hinzugekommenen Familien ist ein Kindergarten immer ein Vorteil. Wir sind das Parsau auch einfach schuldig.“

Die Beauftragung des Planungsbüros für die Ausschreibung des Kita-Anbaus wurde schlussendlich vom Gemeinderat einmütig auf den Weg gebracht. Damit fiel der Startschuss.

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