Die Liebe Gottes in die Welt tragen

Daniel Müller aus der Kirchengemeinde Parsau ist 22 und Missionar

Daniel Müller unterstützt die Jyoti Schule in Nepal, wo arme Kinder in einfachsten Verhältnissen lernen.
+
Daniel Müller unterstützt die Jyoti Schule in Nepal, wo arme Kinder in einfachsten Verhältnissen lernen.

Kunrau – Hawaii, Nepal, Afrika – mit seinen 22 Jahren ist Daniel Müller aus Kunrau schon viel herumgekommen. Dabei hat der junge Christ vor allem eines im Gepäck: seinen Glauben. Mit dem IK spricht er über den tiefen Wunsch, überall auf der Welt zu helfen.

Eigentlich verlief Daniel Müllers Leben wie so viele: Er ging zur Schule, absolvierte seine Ausbildung und wollte studieren gehen. „Aber ich wollte einmal aus meiner Blase kommen“, erklärt der 22-Jährige. „Ich musste einfach für mich sehen, was das Leben noch bereithält. Da ist noch so viel mehr.“ Daher ist er als christlicher Missionar unterwegs.

Das war für ihn die logische Konsequenz aus seinem Glauben. „Ich bin christlich aufgewachsen“, sagt Müller, der Mitglied der Kirchengemeinde Parsau ist. „Aber ohne Zwang, das ging eher in die andere Richtung“, lacht er. Dass er sich der Non-Profit-Organisation „Jugend mit einer Mission“ anschloss, sei auch für seine Familie überraschend gekommen. Doch Müllers Entscheidung war gefallen.

Auf die Vermittlung der weltweit vertretenen Organisation hin führte ihn seine erste Station nach Maui. Die Mission liegt dabei auf der Hand: „Junge Menschen tragen die Liebe Gottes in die Welt“, erklärt Müller. Dieser Weg führte Müller aber auch an Orte, die nicht generell als Traumurlaubsziele gelten.

Zuletzt war er in Afrika, geht nach Weihnachten in Deutschland auch wieder dorthin zurück. Im Zuge des Projekts „Future Stars“ spielt er dort mit Kinder aus den townships, den Slums, nach der Schule Fußball. „Das gibt den Kindern Halt“, erklärt er. „Und hält davon ab, an die falschen Personen zu geraten.“ Gewalt und Drogen würden viele Menschen dort in den Abgrund reißen. Aufmerksamkeit und Gespräche wirken dem entgegen. „Man lernt viel und kann auch viel weitergeben“, sagt Müller.

Und das Geben ist seiner Auffassung nach der zentrale Punkt des Christ-Seins. „Man kann geben ohne zu lieben, aber nicht lieben ohne zu geben“, sagt Müller. So habe Gott aus Liebe seinen Sohn gegeben. Und so geht Müller etwa in Bayern arbeiten, um wieder in die Welt zu reisen und zu geben. „Als Missionar verdient man nichts“, lacht Müller. „Jedenfalls kein Geld.“ Er selbst wünscht sich, dass sich sein Glaube als Grundlage seines Lebens in seinen Taten widerspiegelt. „Mein Glaube ist super wertvoll“, hält Müller fest. „Und er vermittelt etwas Wunderschönes: Nächstenliebe und den Einsatz für die Schwachen.“

Das werde gerade zu Weihnachten auch der breiten Masse bewusst. Müller bedauert, dass der christliche Glaube im Land der Reformation immer mehr an Bedeutung verliere. Doch die vollen Kirchen an Heiligabend zeigten, dass der Glaube die Menschen doch bewege. Umso wichtiger sei es, diesen dort zu verteidigen, wo er nicht so selbstverständlich wie in Deutschland ist.

Darum hat Müllers Zeit an der Jyoti Schule in Nepal ihn besonders geprägt. Rund 200 Kinder im Alter zwischen 3 und 14 Jahren besuchen die Schule, hoffen, danach aufs College gehen zu können. „Aber die haben nicht gerade breite Unterstützung“, sagt Müller. Die christliche Schule habe im hinduistischen Nepal zu kämpfen: „Ich habe dort Leute kennengelernt, die für ihren Glauben ins Gefängnis mussten“, berichtet Müller. Die Regierung übe Druck aus, aber die Rektorin wehre sich etwa gegen das Aufstellen von Hindu-Gottheiten in der Schule.

„Es kommen immer neue Kinder“, erklärt Müller. Diese würden erst einmal aufgenommen, aber dann müsse die Ausbildung finanziert werden. Die Schüler, oft Waisen, kommen aus den Slums, ihre Eltern sind meist völlig mittellos. Die Lehrer, die ohnehin „nicht mehr als ein Taschengeld“ bekämen, erhielten auch mal gar keine Bezahlung, damit man Kinder nicht abweisen müsse. Darum organisiert Müller auch Patenschaften. Nun hat er ein Crowdfundingprojekt gestartet. „Schon mit 500 Euro ist viel geholfen“, beschreibt Müller das bescheidene Ziel. Unter https://www.leetchi.com/c/jyoti-aawasiya-vidhalaya-school-spendensammlung kann jeder auch mit kleinen Beträgen helfen. Weitere Informationen gibt es nach Anfrage per Mail an kinderentwicklung.nepal@gmail.com.

VON DENNIS TESCH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare