Container in Rühen, Anbau in Voitze

Einstimmig beschlossen: Der erste Bauabschnitt an der Kita Voitze soll noch 2011 erfolgen. Archivfoto: Deipenau

Parsau. Teils in geheimer Wahl, teils namentlich fassten die Mitglieder des Bromer Samtgemeinderates endlich Beschlüsse zu den scheinbar Endlos-Themen Kita- und Schulstandorte Voitze, Rühen und Parsau.

Demnach soll der Umbau der drei allgemeinen Unterrichtsräume im Solitärgebäude der Realschule Rühen zu Betreuungsräumen der Kita in Rühen nicht in diesem Jahr vorgenommen werden. Für den dringenden Bedarf eines Kita-Angebots in Rühen wird zunächst übergangsweise eine mobile Lösung (Container) geschaffen ((18 Ja-, 12 Nein-Stimmen) und das am Standort der Schule (23 Ja-, 3-Nein-Stimmen, 4 Enthaltungen). Für den dringenden Bedarf eines Kita-Angebotes in Voitze wird zunächst einmal aus finanziellen, strukturellen und demografischen Gründen nur der erste Bauabschnitt in diesem Jahr vorgenommen. Der zweite Bauabschnitt soll dann in 2012 vorgenommen werden (einstimmig).

Schlussendlich sprach sich der Rat mehrheitlich (19 Ja, 10 Nein, 1 Enthaltung) dafür aus, dass sich die Gremien mit einem zweiten Ganztags-Grundschulstandort befassen.

Den Beschlussfassungen ging noch einmal eine Endlosdebatte voraus – nach zwei Stunden forderte Heino Meyer: „Ich beantrage das Ende der Diskussion.“ Denn eigentlich hieß es noch vor Beginn der Sitzung, dass man sich bei den Themen einig geworden sei – wenn auch nicht einstimmig. Dennoch machte unter anderem Karl-Peter Ludwig (SPD) seinem Unmut über die Container-Lösung deutlich: „Wir waren gleich für einen Umbau, der angebliche Zeitdruck ist nicht nachvollziehbar. Die Umgestaltung der Räume wäre schneller umzusetzen als die mobile Lösung, wo unter anderem noch ein Antrag gestellt werden muss“, beklagt Ludwig, der befürchtet, dass diese so lange stehen bleiben, bis sie Bestandschutz hätten und unter Denkmalschutz stünden. Von Seiten der SPD hagelte es scharfe Kritik an der Verwaltung, unter anderem wurde ihr Verzögerungstaktik vorgeworfen.

Obwohl von der Politik mehrheitlich mitgetragen, waren einige Ratsherren der Meinung, nicht anders hätten Stimmen zu können – obwohl sie die Containerlösung nicht favorisieren würden. Gleiches gilt für den Standort der Ganztagsschule in Rühen. „Wir haben Rühen favorisiert, obwohl es in Parsau eine gute Grundschule gibt. Nur wegen der Kosten habe ich Rühen zugestimmt“, meinte Heino Meyer.

Als Ottmar Bartels (SPD) dann auch noch die Großturnhalle ins Spiel brachte („Wenn in Parsau mit einem zweiten Grundschul-Ganztagsangebot ins Gespräch kommt, müsst dort auch eine Turnhalle gebaut werden. Dann hätten wir von Anfang an die Großturnhalle in Rühen kleiner bauen können.“), platzte Samtgemeindebürgermeister Jürgen Bammel der Kragen: „Sie wissen scheinbar gar nicht zu schätzen, wie gut die Verwaltung arbeitet. Ich muss sagen, in vielen Bereichen waren Sie beratungsresistent und haben oft die Vorlagen gar nicht gelesen. Wo bitte hat eine Verzögerungstaktik stattgefunden?“. Empört über die Umgangsweise untereinander zeigte sich auch der Vorsitzende des Samtgemeinderates, Willi Aldinger (CDU).

Von Carola Peiser

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