Nachnutzung der ehemaligen Notunterkunft soll noch in einigen Gesprächen geklärt werden

Camp Lessien weiter in der Diskussion

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Die ehemalige Notunterkunft auf dem Gelände des einstigen Truppenübungsplatzes in Lessien liegt brach. Während das Land dort eine Reserve vorhalten möchte, könnte sich der Landkreis vorstellen, dass dort 250 Flüchtlinge Unterkunft finden.

Ehra-Lessien. Die Nachnutzung des Camps Lessien auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes bleibt weiter in der Diskussion. Das berichtete Bürgermeisterin Jenny Reissig in der Sitzung des Gemeinderates am Mittwoch in der Gaststätte Heidekrug.

So fand am 2. August ein Sondierungsgespräch statt, an dem das Land, der Landkreis Gifhorn, der Betreiber und die Gemeinde teilnahmen.

Der Landkreis möchte 250 Flüchtlinge in den schon vor der Umwandlung zur Notunterkunft von ihm ausgebauten und renovierten Häusern im Camp Lessien unterbringen. Das Land dagegen möchte das Camp auch künftig als Reserve für eine mögliche Belegung behalten. Eine Unterbringung wie vom Landkreis gewünscht wäre möglich, wenn sich Land und Landkreis als Untermieter einigen könnten.

In einem weiteren Gespräch am 9. August mit dem Landkreis ging es darum, wie die dann nicht mehr zur Verfügung stehenden Räume für die Kinderschule, die Kinderbetreuung, Fahrradwerkstatt und Kleiderkammer – die überwiegend von Ehrenamtlichen betreut werden – in den dann verfügbaren Räumen verwirklicht werden könnten. Zu dieser Thematik seien Lösungsvorschläge erarbeitet worden, teilte Reissig mit, die dem Land vorgestellt werden sollen.

Als ein Stützpunkt für Deutschkurse böte sich Ehra-Lessien an, führte die Bürgermeisterin weiter aus. Dafür seien Gespräche mit den Bildungsträgern Kreisvolkshochschule (KVHS) und Bildungsstätte aufgenommen worden. Durch die Belegung des Pastor-Bammel-Hauses in Brome und wegen der vielen Flüchtlinge, die in den Dörfern der Umgebung untergebracht sind, mache eine Beschulung zum Erlernen der deutschen Sprache in der Region Sinn, befand auch Ricarda Riedesel, die Leiterin der KVHS. Die bisherigen Lehrer sollen darauf angesprochen werden, ob sie auch künftig ein solches Vorhaben unterstützen wollten.

Jenny Reissig berichtete weiter, dass in der Gemeinde Ehra-Lessien 23 Flüchtlinge in fünf Wohnungen leben. Drei Syrer seien noch privat untergebracht, doch stehe für sie bald eine Wohnung zur Verfügung. Reissig bat nachdrücklich um Unterstützung bei der Suche nach Wohnungen. Mieter soll nicht der Landkreis, sondern der jeweilige Asylbewerber sein. Sollte jemand über Wohnraum verfügen, so werde er gebeten, sich bei der Gemeinde zu melden.

Von Horst Michalzik

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