Jetzt doch mit Wendeschleife

Bushaltestellen in Tiddische: VLG vollzieht Sinneswandel

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Die Bushaltestelle in der Kurve der Hoitlinger Hauptstraße ist vielen ein Dorn im Auge. Sie soll an die Lindenstraße verlegt werden und nur noch einseitig sein.

Hoitlingen – Jüngst kam der Gemeinderat Tiddische im Dorfgemeinschaftshaus Hoitlingen zusammen. Es wurde lange über die Umgestaltung der Bushaltestellen in beiden Dörfern gesprochen.

Der Rat hatte sich in der Vergangenheit bereits ausführlich mit dem Thema beschäftigt und Pläne zum barrierefreien Ausbau der Haltestellen beschlossen (das IK berichtete). Neu war nun, dass die Ausschreibung erfolgt ist und konkrete Angebote vorliegen. Bevor diese vorgestellt wurden, nahm Bürgermeister Wieland Bartels eine Bestandsaufnahme vor: „Wir haben drei Haltestellen auf je zwei Seiten der Straße, das macht zwei in Hoitlingen und vier in Tiddische.“

Strittig aber war anscheinend weiterhin die zukünftige Gestaltung. Wie schon früher wurde betont, dass die Haltestelle in Hoitlingen in der Kurve beidseitig der Hauptstraße ungünstig liegt. Diese wird in die Lindenstraße verschoben und nur noch einseitig angelegt. Die Haltestelle in der Bergfelder Straße in Tiddische bleibt. Die in der Dorfstraße hingegen war ein Streitpunkt. Die Gemeinde hätte gerne eine Lösung mit einer Wendeschleife, die jedoch kategorisch von der VLG abgelehnt worden war. Umso erstaunter war man nun, als Bartels verkündete, dies sei nun doch möglich. Die Nachfrage aus dem Rat, woher der Sinneswandel käme, konnte Bartels nur mit einem Schulterzucken beantworten: „Konkrete Gründe kenne ich nicht, wir haben Druck gemacht, uns intensiv mit Landkreis und der VLG auseinandergesetzt.“

Das hat auch zur Folge, dass die vier Angebote zur Umsetzung der Maßnahmen nicht mehr den aktuellen Ansprüchen entsprachen. Dennoch stimmte man über die Ergebnisse der Ausschreibung ab. Das teuerste Angebot hätte mit 236.000 Euro zu Buche geschlagen, aber das Planungsbüro habe nach Prüfung der Angebote das günstigste von der Firma Furche aus Salzwedel für 189.000 Euro empfohlen. Die habe ähnliche Arbeiten schon in Rühen vorgenommen. Ohne die Dorfstraße beläuft sich das Angebot auf rund 130.000 Euro, das so einstimmig vom Rat angenommen wurde. Bartels betonte, dass 75 Prozent davon vom Land gefördert würden und wohl auch für die übrigen 25 Prozent Programme gefunden werden können. Er würde gerne noch in diesem Jahr mit den ersten Arbeiten beginnen.

Während man sich beim Angebot einig war, gab es aber doch längere Diskussionen um das Umfeld der Haltestellen. Bartels machte mehrfach darauf aufmerksam, dass es sich etwa bei der Gestaltung des Dorfplatzes um eine unabhängige Entscheidung handeln müsse. Bürger wiesen auf die erhöhte Belastung der Straße durch die Wendeschleife hin. Diskutiert wurde auch über Kosten für den Abriss eines Bushäuschens in Höhe von 1.500 Euro. Die Idee kam auf, dieses anderweitig zu veräußern oder gar zu versetzen, um einen Neubau zu sparen. Bartels bezweifelte jedoch, dass ein kompliziertes Umsetzen billiger wäre als ein geförderter Neubau.

VON DENNIS TESCH

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