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Bromer Widerstand gegen Hähnchenmastanlage

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Von: Hilke Bentes

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BI gegen Massentierhaltung in Brome
Am Mittwochabend kamen im Remmler Hof in Brome rund 25 Interessierte und Mitglieder der Bürgerinitiative „Bromer Land gegen Massentierhaltung“ zusammen. © Hilke Bentes

Brome – Die Bürgerinitiative „Bromer Land gegen Massentierhaltung“ hatte am Mittwochabend in den Remmler Hof nach Brome eingeladen, um über die weitere Vorgehensweise in Sachen Hähnchenmastanlage bei Altendorf zu sprechen. Die Antragsunterlagen befinden sich noch bis zum 5. April in der öffentlichen Auslegung. Grund genug für die Mast-Gegner, sich über ihre kommenden Schritte klar zu werden. Das Ziel der rund 25 versammelten Bürger wurde offen kommuniziert: Den Bau der Anlage für 180 000 Tiere verhindern.

Die Bürgerinitiative rund um Grünen-Mitglied und Allgemeinmediziner Volkhard Schuleit aus Brome hatte sich Hilfe von dem Bienenbütteler Eckehard Niemann geholt. Niemann gehört zur Regionalgruppe Ostheide des Landesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) und engagiert sich seit vielen Jahren beim Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarbetriebe“. Er selbst sagte: „Wir gewinnen jeden zweiten Fall.“ Das, was auch der Bromer Bürgerinitiative Mut machen soll.

Eine klare und einfache Sache, das verdeutlichte Niemann, werde das in Altendorf jedoch nicht. Es brauche die richtigen Argumente und eine große Gruppe an Menschen, die sich dagegen wehren. Der Bau der drei Ställe mit je 60 000 Masthühnern in der Altendorfer Gemarkung, die von einem hiesigen Landwirt vorangetrieben wird, könnte nicht durch emotionale Gründe abgewendet werden. „Wir müssen den Menschen nicht sagen, dass ihr Fleischkonsum nicht in das heutige Leben passt, dass sie nicht Billig-Fleisch konsumieren sollten und dass solche Ställe sie krank machen können.“ Damit könne eine Genehmigung eines privilegierten Bauvorhabens nicht abgewendet werden.

Angst vor gesundheitlichen Folgen

Trotzdem nannten die Mitglieder der Bürgerinitiative viele Gründe, wieso sie sich gegen diese Art der Tierhaltung aussprachen: „Für uns gibt es drei schwerwiegende Gründe: Das Tierwohl, den Flächenverbrauch und die Bildung von Antibiotika-Resistenzen“, führte Schuleit auf. Es wurden Studien über die gesundheitlichen Folgen aufgeführt und die Haltungsbedingungen massiv kritisiert. Auch der Verbrauch an Fläche sei besonders jetzt kritisch zu sehen. Niemann sagte: „Die Tiere haben kaum Platz, ihr Körperbau ist für das bloße Brustwachstum ausgelegt. Sie können nicht scharren, nicht richtig laufen.“ Diese Haltung sei einer Kulturnation unwürdig.

Ein Punkt, den Niemann in den Unterlagen kritisierte, war die fehlende Darstellung an Flächen: „Es gibt die baurechtliche Vorgabe, dass für ein solch privilegiertes Vorhaben 50 Prozent der Futtermittel auf eigenen Flächen produziert werden müssen. Ein solcher Anhang fehlt.“ Auf IK-Nachfrage verwies der Landkreis als Genehmigungsbehörde nur auf die Einwendungsmöglichkeiten. „Nach dem Erörterungstermin (29. Juni) trifft die Genehmigungsbehörde auf Grundlage der vorliegenden Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und unter Berücksichtigung der erörterten Einwendungen eine Entscheidung“, so Pressesprecher Jan-Niklas Schildwächter.

2020 hatte sich die Bromer Politik mit dem geplanten Bau erstmals beschäftigt. Sowohl der Flecken- als auch der Samtgemeinderat sprach sich gegen den Bau aus. In dieser Zeit hatte sich auch die Bürgerinitiative gegründet, die bis jetzt mehrere hundert Unterschriften sammelte, wie Mitglied und Kommunalpolitiker Frank-Markus Warnecke berichtete. „Der Widerstand ist groß.“

Beteiligt sich der BUND an einer Klage?

Warnecke erwähnte bei der Veranstaltung, dass sich für eine möglicherweise in Erwägung gezogene Klage auch die Kreisgruppe des BUND Gifhorn gemeldet hätte. Diese wolle die Klage führen. Darauf angesprochen, sagte der 1. Vorsitzende Manfred Michel: „Wir sind am Anfang des Verfahrens. Aber wir signalisieren, dass wir uns an einer Klage beteiligen.“ Vorerst gehe es aber um die Einwände, der Weg sei lang.

Dazu soll sich am Samstag, 26. März, erneut in Brome getroffen werden. Im Remmler Hof gibt es Hilfe, um die formalen Einwände zu schreiben und an den Kreis zu versenden. Die Info-Veranstaltung geht von 10 bis 15 Uhr, Kontakt gibt es auch per Mail an bi_gegen_mast@gmx.de.

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