Bürgerinitiative „Gegen Windpark Zicherie-Tülau“ plant Informationsveranstaltung und Bürgerbefragung

„Auf uns kommt viel Arbeit zu“

Die Bürgerinitiative „Gegen Windpark Zicherie-Tülau“ will den Bericht, den der ZGB in Kürze herausgibt, genau sichten und plant eine Informationsveranstaltung
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Die Bürgerinitiative „Gegen Windpark Zicherie-Tülau“ will den Bericht, den der ZGB in Kürze herausgibt, genau sichten und plant eine Informationsveranstaltung.

Zicherie/Tülau. Die Enttäuschung über die vom Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) festgelegten Vorrangstandorte für Windkraft steht den Mitgliedern der Bürgerinitiative „Gegen Windpark Zicherie-Tülau“ geradezu ins Gesicht geschrieben.

„Wir sind gefrustet, denn der ZGB hat definitiv eine Fehlentscheidung getroffen“, macht Sprecher Bernd Grunau die Meinung der BI-Mitglieder deutlich. Zurückziehen will sich die BI dennoch nicht. Im Gegenteil: Nun wolle man erst recht die Bürger aufklären.

Zunächst kommt auf die BI-Mitglieder ein großer Batzen Arbeit zu. Wie Grunau erläutert, wolle man zunächst den Bericht des ZGB abwarten und die mehr als 1000 Seiten sichten. Schließlich habe man auch seine Einwände beim ZGB eingereicht. „Warum nun hier und da die Belange berücksichtigt wurden und bei uns nicht, müssen wir klären“, macht der BI-Sprecher deutlich. Schließlich gebe es auch rund um Zicherie und Tülau neben dem Rotmilan schützenswerte Tiere wie Kraniche, Wildgänse oder die Rohrweihe. Laut ZGB hätte man noch mehr Gebiete gehabt, wo Windkraft hätte erweitert werden können, aber der Rotmilan habe dem Vorhaben hier und da einen Strich durch die Rechnung gemacht.

„Wir müssen abgleichen, was andernorts zutrifft, aber bei uns nicht. Das wird viel Arbeit werden“, weiß Grunau. Hinzu kommt, dass die BI in Kürze eine Informationsveranstaltung für Bürger auf die Beine stellen will. „Eigentümer und Betreiber haben Verträge gegengezeichnet, aber an die Bürger keine Infos weitergetragen“, moniert die BI. Seitens des ZGB gebe es keine Höhenbegrenzung für die Anlagen. Grunau: „Betreiber und Eigentümer haben sich zwar jetzt auf eine Höhe von 200 Metern geinigt, aber wird es auch dabei bleiben?“ Und nicht zu vergessen sei, dass es sich wohl um mindestens 23 Anlagen handeln werde.

In jedem Fall wollen die BI-Mitglieder eine Bürgerbefragung vornehmen. „Wir können uns vorstellen, die Befragung an die Bundestagswahl anzugliedern. So ähnlich soll es in Müden gemacht werden. Wie wir das umsetzen, müssen wir uns noch überlegen“, stellt Grunau in Aussicht. Auf jeden Fall müssten die Bürger wissen, was auf sie zukommt: „Wenn der Bürgerwille in Richtung Windpark geht – gut, dann ist das eben so. Dann haben die Bürger aber selbst entschieden“, so Grunau. Ihn und seine Mitstreiter wundert, dass es – im Gegensatz zu Brome – aus Tülau oder Zicherie keinen Unmut aus der Bevölkerung gibt. Weitere Unterstützung gibt es bislang von einem Bromer, der sich der BI angeschlossen hat.

Von Carola Hussak

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