Flecken Brome informiert Anwohner über Ausbau der Ortsdurchfahrt Benitz

Bürger gegen Kostenbeteiligung

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Die Ortsdurchfahrt von Benitz soll erneuert werden. Im Zuge der Sanierung sollen unter anderem auch die Gehwege saniert werden. An diesen Kosten sollen die Anwohner beteiligt werden.

Benitz/Altendorf. So lange Anna Röpke im Gemeinschaftshaus dabei war, blieb es ruhig.

Vornehmlich Bürger aus Benitz hörten sich die Fakten zur Ortsdurchfahrtsanierung an.

Denn die Vertreterin der Landesstraßenbaubehörde Wolfsbüttel erklärte vornehmlich vor Benitzer Bürgern die baulichen Fakten, die für die Erneuerung der Ortsdurchfahrt, gleichzeitig die Bundesstraße 244, entscheidend sind. Danach ging Röpke, und es ging ums Geld, die Straßenausbaubeträge der Anwohner.

„Man hatte uns damals gesagt, dass uns das nichts kostet. Sie haben ihre Schulaufgaben nicht gemacht“, ging ein Anwohner gleich in die Vollen. Da nutzte der Verweis von Bürgermeister Gerhard Borchert und Tina Dreier-Jördens von der Samtgemeindeverwaltung auf die seit 2005 geltende Straßenausbaubeitragssatzung nichts. „Ich will das nicht in Abrede stellen, dass man Ihnen das gesagt hat. Aber nach der Satzung müssen die Anlieger bei einer kompletten Erneuerung der Nebenanlagen an den Kosten beteiligt werden“, sagte er. Dazu gehören die Gehwege, Straßenbeleuchtung, Parkplätze und Grünanlagen. Nicht dazu gehört die Straße samt Kanalisation und Gosse. Denn die Kosten hierfür in Höhe von 600 000 Euro übernimmt der Bund. Die Nebenanlagen schlagen mit ebenfalls 600 000 Euro zu Buche, werden aber zu 73 Prozent (437000 Euro) durch das Dorferneuerungsprogramm gefördert, wies Borchert hin. Zum Schluss bleibe, so Dreier-Jördens, für die restlichen, beitragsfähigen 68 100 Euro für den Quadratmeter Grundstück der Anlieger je nach dessen Nutzung ein Betrag von 1,42 Euro übrig. Denn es ist eine Durchgangsstraße, die Kostenbeteiligung der Bürger ist hier am geringsten, so Dreier-Jördens. Borchert versprach, sich über das vorgeblich abgegebene Versprechen zu informieren. „Aber die Satzung lässt da keinen Spielraum“, betonte er.

Erneuert werden soll die Ortsdurchfahrt ab dem 16. April (16. Kalenderwoche). Dann wird es für Nichtanlieger eine Vollsperrung geben, bis voraussichtlich Anfang August. Umleitungen sollen über Voitze, Ehra-Lessien Richtung Ohrdorf ausgeschildert werden. Die Erneuerung wird in zwei Bauabschnitten ausgeführt, sodass die Anlieger ihre Grundstücke zumindest teilweise per Auto erreichen können. Der die Straße kreuzende Vogelweg in der Mitte soll ab dem zweiten Bauabschnitt wieder frei befahrbar sein. Feuerwehr und Rettungswagen haben dagegen durch mobile Stahltrassen jederzeit Zugang. Der Busverkehr wird mit einer Ersatzhaltestelle bleiben, vor allem für Schüler. Zudem wird der Landkreis Leerrohre auf der Strecke verlegen, in denen Breitbandverbindungen nachträglich eingeführt werden können. Der Teich am Ortsausgang bleibt, so Borchert auf Nachfrage. Denn der hat drei Zuläufe, wird angepasst, eingezäunt und als Grünanlage aufgehübscht.

Dass die Ortsdurchfahrt nun saniert werden soll, sei ein Glücksfall, sagte Borchert, denn noch gebe es das Dorferneuerungsprogramm. „Und Benitz wird die schönsten Ortsdurchfahrt des Fleckens bekommen“, versprach er. Voitze sei, so die Verwaltungsvertreter, als nächstes dran.

Von Burkhard Ohse

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