/ Werkfeuerwehr von großer Bedeutung

Bromes Samtgemeindewehren proben auf Gelände der Notunterkunft Ernstfall

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Es handelte sich nur um eine Übung: Neben den Wehren der Samtgemeinde Brome wurden auch die Wehren aus Grußendorf und Barwedel alarmiert.

Ehra-Lessien. Großeinsatz Mittwochnachmittag für alle 15 Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Brome. Außerdem wurden die Wehren aus Grußendorf und Barwedel sowie die Schnelleinsatzgruppe (SEG) des DRK und der Rettungsdienst alarmiert.

Alle 15 Wehren der Samtgemeinde Brome waren im Einsatz.

Was zunächst niemand wusste: Es handelte sich um eine Übung auf dem Gelände der Notunterkunft in Lessien. Im Einsatz waren mehr als 150 Einsatzkräfte unter der Leitung von Ehra-Lessiens Ortsbrandmeister Dirk Lindenblatt. Auf dem Gelände der Notunterkunft spielten sich verschiedene Szenarien ab. Ein Gebäude stand in Flammen und sechs Personen befanden sich noch darin. Zuerst war die Werkfeuerwehr Falck vor Ort und konnte vier Personen in Sicherheit bringen. Die nachrückenden Wehren kümmerten sich um zwei weitere vermisste Personen. In der Zwischenzeit hatte sich der Gebäudebrand in Richtung Wald ausgebreitet, sodass mit mehreren C-Rohren ein Übergreifen der Flammen verhindert werden musste. Zeitgleich wurde ein weiteres Nebengebäude der Notunterkunft von der Feuerwehr komplett geräumt.

Diese ohnehin schon anspruchsvolle Übungslage wurde von den Ideengebern Frank Mosel und Andreas Wiechmann weiter zugespitzt, indem ein im Einsatz befindlicher Atemschutztrupp selbst in Not geriet und einen Mayday-Ruf absetzte, was direkte Gefahr für die Einsatzkräfte signalisiert. Dieser interne Notruf hat während eines laufenden Einsatzes im Ernstfall sofort höchste Priorität, berichtet Pressesprecher Michael Gose. Alle Aktivitäten werden auf die Rettung der Kameraden konzentriert. In diesem Fall konnte der Rettungstrupp die Situation schnell unter Kontrolle bringen.

Die Übung zeigt ganz deutlich: Die Werkfeuerwehr Falck ist unverzichtbar.

Parallel konnte so ein weiteres Übungsszenario beginnen. Auf der Anfahrt zur Einsatzstelle war ein Feuerwehrfahrzeug mit einem plötzlich auf die Fahrbahn laufenden Bewohner der Notunterkunft kollidiert und hatte diesen überfahren. Die Feuerwehr musste den Wagen stabilisieren und die Person mit Hebewerkzeug und schwerem Gerät unter dem Fahrzeug befreien. Nach zwei Stunden verkündeten Mosel und der stellvertretende Kreisbrandmeister Jens Dieckmann das Einsatzende. Die SEG versorgte die Einsatzkräfte im Anschluss aufgrund der sehr sommerlichen Temperaturen mit Getränken. „Die Zusammenarbeit zwischen der Werkfeuerwehr Falck, welche auf dem Gelände der Notunterkunft stationiert ist, und den Freiwilligen Feuerwehren funktionierte absolut reibungslos“, lobt Mosel. Auch Übungsleiter Andreas Wiechmann fand lobende Worte: „Die einzelnen Züge der Freiwilligen Feuerwehren arbeiteten die Einsätze strukturiert ab. Die Sammelplätze der Züge wurden ordnungsgemäß angefahren und die Zugführer unterstützten den Einsatzleiter gut.“

Was allerdings zu Kritik führte, war das Zusammenspiel Analog- und Digitalfunk. „Das funktioniert nicht bei großen Einsatzlagen nicht ideal“, beklagt Gemeindeausbildungsleiter Björn Schröder. Daher soll in der Samtgemeinde Brome die Umstellung und Schulung auf 100 Prozent Digitalfunk nun schnell vorangetrieben werden.

Mosel und Wiechmann sind sich einig, dass die langfristige Stationierung der Werkfeuerwehr Falck unbedingt notwendig ist, da aufgrund der Lage der Notunterkunft die Freiwilligen Feuerwehren der umliegenden Orte auch bei idealen Bedingungen mehr als zehn Minuten länger zum Erreichen möglicher Einsatzstellen auf dem Gelände benötigen.

Von Carola Hussak

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