Bärbel Gädke hat Auffangstation für Hund, Katze und Co. / Auf Spenden angewiesen

Bromerin zeigt Herz für Tiere

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Dass niemand diese Katze haben möchte, kann die Bromerin Bärbel Gädke nicht verstehen. Die hat seit ein paar Jahren in Brome eine Auffangstation für Tiere.

Brome. Gerade aufgestanden, noch nicht ganz wach, klingelt auch schon das Telefon. Bevor sich Bärbel Gädke selbst eine Tasse Kaffee gönnt, werden die Hunde raus auf das Grundstück gelassen und gefüttert. Und dann wird sauber gemacht – im Haus, im Garten und in den vier Räumen, in denen derzeit Katzen und Nymphensittiche untergebracht sind.

„So starte ich fast jeden Morgen in den Tag“, beschreibt Gädke. Die Bromerin ist seit 1991 Vorsitzende des Tierschutz Wolfsburg und Umgebung, den es bereits seit 1960 gibt. „Bis 2009 waren wir beim städtischen Tierheim Sülfeld angesiedelt“, erklärt die pensionierte Kriminalbeamtin. Mehrere Umstände führten dazu, dass es dort mittlerweile weder eine Unterkunft für Tiere noch ein Büro gibt, in dem die Tierschützer als Ansprechpartner fungieren können.

Neben Hunden und Katzen bietet die Auffangstation auch zwei Nymphensittichen-Paaren eine Unterkunft.

Nun dient Gädkes Eigenheim als Auffangstation und als Anlaufstelle für Informationen. Sie baute vor ein paar Jahren das Elternhaus um, das sich direkt neben ihrem Haus befindet. Es wurden einzelne Zimmer für die Tier eingerichtet und diese mit Fußbodenheizung ausgestattet – und zwar auf eigene Kosten. „Vor etwa acht Jahren habe ich im Südkreis ein Haus geerbt. Das macht finanziell einiges möglich. Ansonsten sind wir auf Spenden angewiesen“, beschreibt Gädke. Einfach sei die Situation oft nicht. Auf direkte Hilfe und Unterstützung kann die Bromerin zu 100 Prozent nur auf ihre fünf Mitstreiter aus dem Vorstandsteam zählen. Wenn sie mal in Urlaub fahren möchte hat sie jemanden an der Hand, der ihr zur Seite steht. Ansonsten sei Hilfe rar gesät.

„Man macht das Ganze ja gerne. Aber bei so manchen Tierbesitzer stoße ich an meine Grenzen“, so die Tierliebhaberin. Zum Beispiel wenn ein Tier ganz offensichtlich krank ist und schmerzen hat und die Besitzer es nicht für nötig halten, zum Tierarzt zu gehen. „Ich kann diese Uneinsichtigkeit nicht verstehen. Warum schaffen sich diese Menschen ein Tier an, wenn sie sich nicht kümmern?“, fragt sich Gädke – die sich aber auch nicht scheut, notfalls eine Anzeige zu schalten.

Seit mehr als 50 Jahren ist der Tierschutzverein Mitglied im Deutschen Tierschutzbund und vor etwa 20 Jahren hat sich der eingetragene Verein dem Verband Niedersächsischer Tierschutzvereine angeschlossen. „Von dort gibt es zwar auch Unterstützung, aber wir sind hauptsächlich auf Spenden angewiesen. Wir nehmen nicht nur Tiere auf, sondern pflegen sie und unterstützen Menschen mit Futter, die sich das nicht regelmäßig für ihr Tier leisten können“, so Gädke. Dafür hat der Verein eine Tiertafel eingerichtet. Treffen erfolgen nach telefonischer Terminvereinbarung. Unterstützung gibt es von Kaufhäusern in denen Futter-Spendenboxen stehen, die von den Kunden nach belieben befüllt werden können. Ansonsten finanziert sich der Verein auch durch die Teilnahme an Veranstaltungen, wo sie Geld durch eine Tombola einnehmen oder durch den Verkauf von Second-Hand-Sachen. „Es gibt viel zu tun und wir würden uns über ehrenamtliche Unterstützung freuen“, sagt die Bromerin.

Der Verein ist rund um die Uhr unter (0172) 4337335 erreichbar, „aber es sind auch Situationen, da verweise ich direkt an die Tierschutzvereine, die schließlich Verträge mit den Kommunen haben und so unterstützt werden“. Bei der Vermittlung von Tieren achtet Gädke ganz genau auf die Verhältnisse: „Es ist wichtig, dass die Leute in Lohn und Brot stehen, ich gehe auf Nummer sicher.“ Eine Lösung hat sich bis jetzt fast immer aufgetan. „Ich bin ja froh, wenn sich die Menschen an mich wenden.“

Von Carola Hussak

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