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Die Bromer Politik analysiert den Ausgang der Landtagswahl am vergangenen Sonntag

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Von: Hilke Bentes

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Ein Wähler steckt einen Wahlzettel in eine Wahlurne.
Mit dem Ausgang der Landtagswahl sind die Parteien in der Samtgemeinde Brome in unterschiedlichem Maße zufrieden. © Michael Kappeler

Samtgemeinde Brome – Zufriedene Gesichter gab es einen Tag nach der Landtagswahl bei der SPD, die AfD jubelte, und die Grünen in der Samtgemeinde Brome blickten insgesamt positiv auf die Landtagswahl. Für die CDU dagegen startete am Montag die Analyse der verlorenen Wahl.

Peter Albrecht, SPD-Fraktionschef im Bromer Samtgemeinderat, blickte trotz Stimmenverlust (34,49 Prozent) auf einen guten Wahlabend: Dass die etablierten Parteien mit Problemen zu kämpfen hatten, das mochte der Sozialdemokrat nicht verhehlen. Aus Sicht der Samtgemeinde-SPD sei es trotzdem sehr gut gelaufen. Besonders froh zeigte sich Albrecht natürlich über den Wahlerfolg von Kirsikka Lansmann, die fortan für die SPD in Hannover sitzen wird. „Wir hatten hier im Ostkreis schon ab und zu das Gefühl, abgehängt worden zu sein.“ Daher sei es nun für die Mitgliedsgemeinden ein gutes Zeichen, wieder einen „kurzen Draht“ nach Hannover zu haben.

Eine Einschätzung zum Wahlerfolg der AfD gab es von Albrecht auch: „Insgesamt ist die Situation schwierig.“ Dass es sich bei AfD-Wählerstimmen auch um „Proteststimmen“ handeln könnte, wollte der Sozialdemokrat nicht ausschließen. „Dieser Wahlausgang zeigt uns die Aufgabe, die vor uns liegt.“ Dazu zähle auch das Problem der geringen Wahlbeteiligung in der Samtgemeinde (61 Prozent). „Damit kann niemand zufrieden sein.“

CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Gerhard Borchert stieg am Montag direkt in die Analyse ein. Eine Wahl könne verloren werden, trotzdem war der Sonntag für die CDU mit 27,6 Prozent bitter. Der Christdemokrat sagte, dass man den bürgernahen Dreiklang im Lauf des Wahlkampfes in einer Zeit der großen Krisen aus den Augen verloren habe: Dabei ging es ihm um den Klimaschutz, die Preisgestaltung durch die Folgen des Krieges und wirtschaftliches Wachstum. „Diese Punkte können wir nur zusammen betrachten.“ Die Versteifung auf einzelne Punkte bringe nichts – vor allem dem Bürger nicht. „Im Ergebnis hat die daraus resultierende Unzufriedenheit dazu geführt, dass diese Stimmen bei der AfD gelandet sind.“ Verloren sieht Borchert diese Wähler aber nicht. „Wir müssen daran gemeinsam kreativ und aktiv arbeiten. Das tun wir auch.“

Torsten Heilmann als AfD-Fraktionssprecher im Samtgemeinderat zeigte sich reichlich zufrieden. Der Zuspruch auf Landesebene wie auch im Wahlkreis habe bestätigt, dass viele Wähler mit der aktuellen Regierung nicht einverstanden seien. Auch das Ergebnis in der Samtgemeinde sei mit 16,91 Prozent „sehr gut“. „Wir als AfD nehmen die Ängste und Sorgen der Bürger ernst. Ich denke, das Ergebnis hat gezeigt, dass sich die Menschen in den derzeitigen Krisen nicht abgeholt fühlen.“ Über den großen Wahlerfolg des Spitzenkandidaten Stefan Marzischewski-Drewes zeigte sich Heilmann ebenso froh. „Stefan hat echt etwas auf die Beine gestellt, was ihm die Bürger nun zurückgegeben haben.“ Die großen Parteien würden jetzt merken, dass ihnen die Wähler davonlaufen. „Wir wollen jetzt an den Erfolg anknüpfen und Politik für die Bürger machen.“

Frank-Markus Warnecke als Fraktionsvorsitzender der Grünen blickt auf einen positiven Wahlabend seiner Partei. Besonders erfreulich sei das Landeswahlergebnis. „Und die Grünen haben drei Direktmandate geholt.“ Außerdem warte man noch, ob es für Christian Schroeder nicht doch noch Aussicht auf den Landtag gebe. Auch in der Samtgemeinde hätten die Grünen bei den Erst- und Zweitstimmen (8,49 Prozent) zugelegt. „Natürlich werden wir das Ergebnis noch genauer analysieren.“ Im Vergleich zum Landesschnitt hätte Warnecke sich zwar mehr Stimmen gewünscht, doch trotzdem empfand er die Zahlen als gute Basis. Das AfD-Ergebnis sah er sehr kritisch: „Diese Stimmen sollten für uns alle ein Fingerzeig sein.“

FWG-Fraktionschef Jürgen Bammel hoffte derweil darauf, dass sich in der jetzigen Regierungszusammensetzung in Sachen Schulpolitik etwas tut. „Vor allem die vollständige Ganztagsfinanzierung muss endlich erfolgen.“ Insgesamt war Bammel von der „miserablen Wahlbeteiligung“ erschrocken. Der AfD sprach er viele „Fruststimmen“ zu. Das richte sich aber auch an die Bundespolitik.

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