Im Zuge des Autobahnbaus geht eine alte Diskussion in eine neue Runde / Bürger wie auch Rat sind gespalten

Bromer Ortsumgehung: Für und Wider

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Der enge Bromer Ortskern ist für große Lkw eigentlich tabu. Aber das Schild wird regelmäßig ignoriert und der Verkehr im Ortskern kommt quasi zum Erliegen. Eine Ortsumgehung könnte Abhilfe schaffen, hätte aber auch diverse Nachteile.

Brome. Braucht man sie, braucht man sie nicht? Kommt sie, kommst sie nicht? Eine Ortsumgehung für Brome ist seit Langem umstritten. Pläne, die erst auf Eis lagen, kommen nun im Zuge des Planfeststellungsverfahrens zur A 39 wieder auf den Tisch.

„Sowohl die Bürger als auch der Rat sind da gespalten“, sagt Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert dazu. „Aber die Ortsumgehung ist in den vordringlichen Bedarf mit aufgenommen. “.

In der Diskussion um die Stellungnahme der Samtgemeinde Brome zur A 39 wies Franz Markus Warnecke (Grüne) daraufhin, dass es zweifelhaftes Vorgehen sei, die Ortsumgehung quasi durch die Hintertür mit dem Bau der Autobahn voranzutreiben (das IK berichtete). Borchert erklärte nun im IK-Gespräch: „Man ist über die Diskussion im Ort hinaus.“ Durch die Verknüpfung mit dem Autobahnbau sei die Ortsumgehung nun Sache der Landespolitik, die Ebenen darunter könnten sich zwar äußern, hätten aber keine Entscheidungsgewalt mehr.

Argumente gibt es sowohl für als auch gegen den Bau einer Umgehungsstraße. Die eine Seite meint, man müsse den Ortskern entlasten. „Oft ist hier kein Vorwärtskommen“, beklagt ein Bromer beider jüngsten Umfrage des IK. „Dann steht man hier 20 Minuten oder länger und wartet.“ Zwar weist Brome lediglich eine durchschnittliche Verkehrsstärke von 6000 bis 6500 Fahrzeugen auf, aber die rund 210 Lkw, die jeden Tag anfallen, seien eine enorme Belastung für den Flecken. Vereinzelt können diese die sehr enge Ortsdurchfahrt nicht passieren und blockieren regelmäßig den Verkehrsfluss.

Dagegen zuhalten sei, dass sich die Belastung durch eine Umgehung nur verschiebe und andere Teile des Flecken betroffen mache. „Dann haben eben andere Bürger den Lärm und Gestank vor der Tür. Damit ist doch keinem geholfen“, sagte ein anderer Bromer bei der Umfrage. Zudem könnte eine Umgehung Brome quasi verkehrlos machen, wodurch viele den Ortskern gefährdet sehen. „Wir sind ein Grundzentrum und wollen das auch bleiben“, sagt der Bürgermeister. „Brome hat eine gute Infrastruktur, die den ländlichen Bereich erst lebenswert macht.“ Es wäre eine Katastrophe, sollte Bromes Handel und Gewerbe wegfallen. Dazu kommen noch Bedenken zu Umweltschutz und Landschaftsbild: „Und dann asphaltieren die hier die Landschaft noch mehr zu? Nein, danke“, meint eine Bromerin.

Auch auf der Landesebene sind diese Argumente bekannt und es ist noch keine Entscheidung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens gefallen, denn „planen heißt prüfen und nicht bauen“, wie Borchert anmerkt. Auch wenn die Entscheidung für eine Ortsumgehung fällt, so müsste noch aus verschiedenen Planungsvarianten ausgewählt werden. Vorerst bleibt also alles beim Alten.

Von Dennis Tesch

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