„Ein Eigentümer pokert noch“

In Brome soll ein neues Einkaufszentrum entstehen: Verhandlungen ziehen sich

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Sowohl Edeka als auch Aldi wollen eigentlich einen neuen Standort am Ortsausgang von Brome beziehen.

Brome – Zwei Lebensmittelmärkte in Brome wollen einen neuen Standort – was sich bisher jedoch schwierig gestaltet, wie Bürgermeister Gerhard Borchert dem IK erklärte.

Seit anderthalb Jahren laufen die Planungen für einen neuen Einkaufskomplex, der eigentlich am Ortsrand von Brome entstehen soll.

Nach dem Wunsch von Gemeinde, Investor, Aldi und Edeka soll ein 1,6 Hektar großes Gelände – hinter den Bahngleisen am Ortsausgang in Richtung Gifhorn – erschlossen werden.

Doch es gibt ein Problem, dass dem Projekt im Weg steht, wie Borchert sagt: „Einer der Eigentümer pokert noch beim Preis.“

Der Investor, der die beiden Lebensmittelmärkte an dem neuen Standort unterbringen will, hatte die Gemeinde mit den Verhandlungen betraut. Dies habe sich, so die Erfahrung des Investors, in der Vergangenheit als guter Weg erwiesen. Borchert bringt es auf den Punkt: „Irgendeinen Fremden lade ich ja nicht auf eine Flasche Champagner ein und verhandle dann.“

Damit das Verkaufsverfahren fair abläuft, erhalten alle sechs Eigentümer den identischen Verkaufspreis. Vier der sechs Eigentümer hätten bereits unterzeichnet. Sollte sich der Kaufpreis noch ändern, würden die Verträge automatisch an den neuen Preis angepasst werden. So sei niemand benachteiligt, findet Borchert: „Manche können besser verhandeln als andere.“ Durch den identischen Preis muss sich dann niemand hinterher ärgern.

Ärgern tut sich dafür der Bürgermeister. Denn der Investor möchte eigentlich gerne mit dem Bebauungsplan loslegen. Insbesondere Edeka sei laut Borchert unzufrieden mit dem momentanen Standort an der Mühlenstraße. Aldi hingegen will sich vor allem neu aufstellen. „Ich hatte mehrmals das Gefühl, der Knoten ist geplatzt“, erzählt Borchert. Aber der besagte Eigentümer schien weiter pokern zu wollen. Der Stichtag wurde inzwischen zwei Mal verlängert, langsam reiche es aber, findet Borchert.

Das Projekt sei eine wichtige Institution in die Zukunft der Gemeinde Brome. So können langfristig die Kaufkraft gehalten werden. Die Größe der Fläche mit 1,6 Hektar sei angemessen. Zunächst hatte der Investor mit der doppelten Fläche geplant. Da habe aber der Regionalverband dazwischen gegrätscht. Alles über die 1,6 Hektar hinaus sei unwirtschaftlich.

Ohne die neue Fläche werde es langfristig schwierig, die bestehenden Einkaufsmöglichkeiten in Brome zu halten, ist sich Borchert sicher. Eigentlich möchte der Investor in Brome bleiben, ebenso wie die Märkte. Borchert hofft daher auf ein Einlenken des letzten Eigentümers.

VON MAX A. MORRISON

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