Brome räumt auf

Am Sonnabend fassten die Bromer Bürger bei den Aufräumarbeiten kräftig mit an.

Brome - Von Detlev E. Deipenau. Knapp eine Woche nach der verheerenden Gasexplosion trafen sich Samstagmorgen in einer vom Flecken und der Samtgemeinde Brome initiierten Aktion weit mehr als 35 Bromer Bürger an der Unglücksstelle. Gemeinsam mit Fleckenbürgermeisterin Ingrid Klopp wollten sie ein wenig Ordnung schaffen.

Akten und persönliche Papiere sowie Kleidungsstücke der Hausbesitzer wurden von Nachbarn und Helfern der Feuerwehr aus Bergen von Schutt geborgen. Nun ging es darum, die Trümmer nach den verschiedenen Werkstoffen zu sortieren und für die spätere Entsorgung vorzubereiten.

Kurz nach 9 Uhr trafen auch ein großer Radlader und ein Bagger ein, die die noch immer abgesperrte Straße soweit räumten, um den Anwohnern einen möglichst ungehinderten Zugang zu ihren Wohnhäusern zu ermöglichen. Viele Bromer Geschäftsleute, Handwerksbetriebe und Landwirte stellten unentgeltlich sich sowie ihre Geräte und Maschinen zur Verfügung, um die vielen freiwilligen Helfer zu unterstützen.

Nach der verheerenden Gase-xplosion am vergangenen Sonntagabend in Brome (das IK berichtete), bei der der Hausbesitzer gestorben ist und seine 41-jährige Ehefrau sowie die gemeinsame 13-jährige Tochter Verletzungen davontrugen, scheint die Unglücksursache nun geklärt. Technische Untersuchungen haben demnach ergeben, dass ein Gasleck – entweder in der Zurohrung oder in der Therme – Auslöser dieser Explosion war. Beim Anschalten der Beleuchtung wurde die Explosion durch einen elektrischen Funken ausgelöst. Lebensrettend für die Mutter und Tochtter, die sich im Obergeschoss aufhielten, war die Stahlbeton-Geschossdecke. Der Explosionsdruck wurde so im Erdgeschoss seitlich abgeleitet.

Schaden nahmen auch die umliegenden Wohngebäude. Einige der in den Einfahrten oder unter den Carports abgestellten Fahrzeuge wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen – und endeten teilweise als wirtschaftlicher Totalschaden. Neben halb eingestürzten Garagen in unmittelbarer Nachbarschaft sind auch weiter von der Unglücksstelle entfernt Türen und Fenster mit ihren Rahmen in die Häuser gedrückt worden. Und selbst schwere Garagentore wurden aus ihrer Verankerung gerissen. Wie ein Versicherungsmann meinte, dürften nach ersten Schätzungen allein die „Kleinschäden“ bei gut einer halben Million Euro liegen. Zwar wird es noch einige Zeit dauern, bis die Schäden beseitigt sind und im Flecken wieder einigermaßen Normalität einkehrt, dennoch dürfte schon jetzt feststehen: Wenn es die Umstände verlangen, halten der Ort und seine Bürger solidarisch zusammen, um in Not geratenen großzügig zu helfen.

Die im Fleckenbüro angestelle Brigitte Harling und ihr Mann koordinieren die Aufräumarbeiten und haben das Hilfsprogramm organisiert. Dazu hat der Flecken ein Spendenkonto eingerichtet. Da die 41-Jährige nicht nur ihren Mann, sondern auch ihre Existenz als selbständige Physiotherapeutin verloren hat, wird weiter um Spenden gebeten. Die 41-Jährige und ihre Tochter werden entgegen ihrer Ankündigung nun doch nicht nach Berlin ziehen, sondern in Brome wohnen bleiben.

Spenden können auf folgendes Konto überwiesen werden: Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg, „Spende Gasexplosion“, Kontonummer: 014 152 724, Bankleitzahl: 269 513 11.

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