Unter Protest der Grünen-Fraktion wird der Bau nicht komplett abgelehnt

Brome nimmt Stellung zur A 39

Die Samtgemeinde Brome hat Stellung zum umstrittenen Autobahnbau bezogen und Forderungen der Feuerwehrleitung mit eingearbeitet. Vertreter der Grünen sprachen sich dagegen aus, auch weil, anders als oben, kein Lärmschutz eingeplant ist. 

Samtgemeinde Brome. Der Samtgemeinderat Brome hat Stellung zum geplanten Bau der A 39 bezogen. Dabei hält man sich weitestgehend an die Formulierungen, die die Gemeinde Ehra-Lessien erarbeitet hat, fügt aber auf Wunsch der Feuerwehrführung noch einiges an.

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahren für den 6. Bauabschnitt A 39, Wittingen nach Ehra, ist die Samtgemeinde aufgefordert, eine schriftliche Stellungnahme abzugeben. Da die Gemeinde Ehra-Lessien bereits ihre Stellungnahme, die nach intensiver Beratung und von einem Arbeitskreis erstellt wurde, eingereicht hat (siehe unten), soll diese übernommen werden. So will man künftige Rechtspositionen geltend machen können. Jörg Böse (CDU), Bürgermeister von Ehra-Lessien, hob die wichtigsten Forderungen hervor: „Uns ist wichtig, dass zeitgleich an den Bauabschnitten in der Region gearbeitet wird. So soll die Belastung für Mensch und Umwelt gering gehalten werden.“

Doch nicht alle Ratsmitglieder wollten die Stellungnahme so akzeptieren. Frank-Markus Warnecke (Grüne) stellte im Namen seiner Fraktion den Antrag, dass die Stellungnahme der Samtgemeinde den Bau der A 39 grundsätzlich ablehnt. Er führte an, dass ein Ausbau der B 4 eine bessere Alternative sei. „Bei der Planung wird weder der Mensch noch die Natur zufriedenstellend geschützt“, empörte er sich. Etwa Beschleunigungslärm und höhere Belastung der lokalen Feuerwehren würden genauso ignoriert wie die steigende Kriminalität, die in der Nähe von Autobahnen zu verzeichnen sei. „Das wird eine reine Transitstrecke, dadurch gibt es auch keine wirtschaftlichen Vorteile für die Region“, fügte er hinzu.

Warneckes Antrag wurde abgelehnt und die Stellungnahme aus Ehra-Lessien wurde unterstützt. Hinzugefügt wurde auf Wunsch der Feuerwehrführung, dass die B 248 und die L 289 nicht zurückgebaut werden. Um Hilfsfristen einhalten zu können, müssten die Straßen asphaltiert bleiben. Außerdem wird gefordert, dass die Kosten für besondere Hilfeleistungen auf der A 39 durch den Verursacher gedeckt werden müssten. Zudem müsse die Löschwasserversorgung unbedingt gewährleistet bleiben. Auch wurde angefügt, dass aufgrund höherer Verkehrsbelastungen in Voitze und Brome etwa eine Ortsumgehung zu forcieren sei.

Auch für die gesonderte Stellungnahme zum 2. Bauabschnitt, Lüneburg nach Bad Bevensen, wurde die Forderung nach einer Ortsumgehung mit aufgenommen. Dazu sagte Warnecke: „Wann die wo und wie kommen, ist ungewiss. Die umstrittenen Ortsumgehungen hier so mit reinzubringen ist zweifelhaftes Vorgehen und zeugt von Verzweiflung.“ Fraktionskollege Wilfried Sievers fügte mahnend hinzu: „Ortsumgehungen müssen intelligent geplant sein.“

Beide Stellungnahmen wurden vom Samtgemeinderat mit großer Mehrheit angenommen, bei beiden gab es drei Gegenstimmen aus der Fraktion der Grünen, die den Bau weiterhin vehement ablehnen.

Von Dennis Tesch

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