Brome: Komplette Sanierung des Toilettenhauses / Lesesteinpflaster wird in traditioneller Weise verlegt

Burghof noch in dieser Woche abgeräumt

Klein, aber fein: Das alte Toilettenhäuschen wird derzeit instand gesetzt. Im Hintergrund ist die Burg zu sehen.
+
Klein, aber fein: Das alte Toilettenhäuschen wird derzeit instand gesetzt. Im Hintergrund ist die Burg zu sehen.

Brome. Die Arbeiten auf dem Bromer Burghof gehen schnurstracks voran. Die Pflastersteine sind abgetragen, der Grund ist abgetieft und damit auf der ursprünglichen Höhe zur Schwelle der Haupteingangstür. Und diese Schwelle ist das Maß aller Dinge.

Der Hof wird etwas tiefer liegen, damit Wasser nicht in das Gebäude eindringen kann.

„Der Burghof ist komplett abgeräumt und es wurde eine Menge Volumen bewegt“, verrät Museumschef Dr. Andreas Wallbrecht. Noch in dieser Woche soll der Hof komplett leer sein. Kabel, Rohre für Regen-, Ab- und Trinkwasser oder Gas sind teilweise schon verlegt. Nun, so Wallbrecht, müssen noch die Trassen zum Toilettenhäuschen verlegt werden.

Wie Wallbrecht informiert, wurde das Toilettenhaus in den 30er Jahren gebaut, als während des Nationalsozialismus das Landjahrlager eingerichtet wurde, wo einberufene Jugendliche zusammengefasst wurden und eine „nationalpolitische Schulung“ erhielten. „Damals gab es keine Toiletten in der Burg. Und die, die in der Zwischenzeit im Obergeschoss eingerichtet wurden, gibt es jetzt nicht mehr“, erläutert der Museumsschef.

Künftig werden Museumsmitarbeiter und Gäste im sanierten Toilettenhaus ihre Notdurft erledigen können. Entstehen sollen drei Toiletten für die Damen sowie zwei Toiletten und vier Urinale für die Herren. Hinzu kommt noch eine behindertengerechte Toilette mit einem Wickeltisch. „Obwohl der eigentliche Raum kleiner wird, ist aber mehr drinnen“, fasst Wallbrecht zusammen.

Derzeit können die Gewerke wie Tischler, Elektriker, Maurer oder Heizungsmonteur nur nacheinander arbeiten – und weniger Hand in Hand. Erst wenn die Bodenplatte und das Dach erneuert wurden, kann im Innenbereich weitergemacht werden.

Die Arbeiten auf dem Hof laufen indes durch. Zum Schluss wird dann das Lesesteinpflaster in traditioneller Weise, sortiert nach Größe, verlegt. Wie Wallbrecht im IK-Gespräch erläutert, werden die Steine von einem Sand-Lehm-Gemisch umschlossen sein und somit wesentlich belastbarer sein.

„Das Pflastern muss man können. Es gibt immer nur eine Seite des Steins, die nach oben gehört. Das ist schon eine Kunst für sich“, zeigt sich Wallbrecht beeindruckt. Hinzu kommt, dass zwischen den Steinen so genannte Hülsen eingearbeitet werden, damit Schilder und Bänke darin verankert werden können.

Von Carola Hussak

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare