Positive Bilanz mit Beigeschmack

Brome: Großflächige Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zeigt Wirkung

+
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zeigt Wirkung. In 21 Flügen behandelte man mit dem Helikopter eine Fläche von rund 550 Hektar. Aber die unbehandelten Gebiete könnten neue Populations-Herde sein.

Brome – Die großflächige Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zeigt Wirkung, seine Population ist geschrumpft. Aber die Angst vor einer erneuten Ausbreitung aus den unbehandelten Herden bleibt. Auch breitet er sich weiter gen Westen aus. Die Samtgemeinde Brome plant weitere Maßnahmen.

Anfang Mai nahmen die Samtgemeinde Brome und der Landkreis Gifhorn gemeinsam den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS) auf.

Großflächig wurde sowohl vom Boden als auch aus der Luft – in 21 Flügen wurden 550 Hektar oder 750 Fußballfelder behandelt – der Bacillus thuringiensis versprüht. Das Mittel wird von den Raupen gefressen und in ihrem Darm zum Gift. So wurde die Population minimiert, bevor der EPS das Stadium erreichte, in dem er seine gefährlichen Brennhaare entwickelt.

„Die Bekämpfung hat geholfen“, bilanziert Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert. „Wo gesprüht wurde, sind keine Raupen mehr.“ Vielleicht habe auch die Witterung mit hinein gespielt, das positive Ergebnis aber bleibe. Doch der Kampf ist noch nicht gewonnen. „Die Flächen, die nicht behandelt wurden, sind die Herde für die nächste Ausbreitung“, befürchtet Borchert etwa mit Blick zum Drömling.

Dazu breitet sich der EPS weiter aus, hat kürzlich nach Wendschott auch das VW- Bad befallen. „Wolfsburg merkt das jetzt auch“, sagt Borchert. Das habe auch sein Gutes, denn das bedeute mehr Verbündete. „Wir haben noch immer keine Hilfe vom Land bekommen“, sagt Borchert, vielleicht ändere sich das mit der weiteren Ausbreitung. „Aber für die betroffenen Bürger ist das eine Katastrophensituation.“

Die Samtgemeinde und besonders die etwa 60 Mitglieder der Feuerwehren, die bei der Bekämpfung geholfen haben, hätten gute Arbeit geleistet. Aber einen Krieg gewinne man nicht nur mit Logistik und Engagement. „Das hat unsere Gemeinde bis jetzt schon 20 000 Euro gekostet“, sagt der Fleckenbürgermeister. „Lange können wir das nicht alleine stemmen.“ Und die Bekämpfung müsse in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Das Land müsse reagieren.

Doch neben dem Besprühen will man auch anderweitig vorgehen. So werden an ausgewählten Stellen Nematoden ausgesetzt. Die Fadenwürmer befallen EPS-Raupen und töten diese binnen 48 Stunden. Auch werden vermehrt Blühstreifen – in Brome etwa im Baugebiet (das IK berichtete) –  angelegt, um Fressfeinde des EPS wie Schlupfwespe, Raupenfliege und Waldameise zu stärken. Nistkästen für Vögel helfen auch, denn ein Tier frisst bis zu 20 Raupen am Tag.

VON DENNIS TESCH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare