Mindestens 40 Prozent der unversorgten Haushalte müssen mitmachen

Brome: Glasfaser-Vermarktung gestartet

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Der Saal in der Perle an der Ohre war bei der Informationsveranstaltung von Giffinet gerappelt voll.

Brome – Die Vermarktung für den Breitband-Ausbau in der Samtgemeinde Brome ist gestartet. Mindestens 40 Prozent der unterversorgten Haushalte im gesamten Ausbau-Cluster müssten bis zum 15. November mitmachen, damit ausgebaut wird.

Das Interesse an der Info-Veranstaltung am Dienstagabend in Brome war mit rund 200 Personen groß.

Landrat Dr. Andreas Ebel erklärte in einer Präsentation die Hintergründe zum Ausbau mit schnellem Glasfasernetz, der vom Landkreis selbst umgesetzt wird. Für die Vermarktung wurde gemeinsam mit dem Netzpächter, der Flensburger Firma net services, die Firma Giffinet („Landkreis Gifhorn Fast Internet“) gegründet.

Wegen rechtlicher Vorgaben können sich laut Ebel zunächst nur Gebiete anschließen, die sich in sogenannten weißen Flecken befinden – das sind Gebiete, in denen Internet, Streaming und Co. mit Geschwindigkeiten von weniger als 30 Mbit/s genutzt werden können. Insgesamt gebe es im Kreis rund 13 000 unterversorgte Haushalte in 101 weißen Flecken.

Aufgrund der Größe wurden die Bereiche in sogenannte Ausbau-Cluster eingeteilt. Im dritten Cluster, zu dem die Samtgemeinden Brome und Meinersen sowie die Gemeinde Barwedel zählt, gebe es rund 2000 unterversorgte Haushalte. „Ist ihr Ort abgelegen oder haben sie ein einzeln stehendes Haus, dann ist es in der Regel ein weißer Fleck. Das bauen wir aus“, sagte Ebel. „Alle die Gebiete, die sonst immer hinten dran waren, haben in diesem Fall die Möglichkeit, einen Glasfaseranschluss zu bekommen.“

Voraussetzung für den Ausbau ist, dass von den 2000 unterversorgten Haushalten mindestens 40 Prozent einen Vertrag bei Giffinet abschließen – bis zum Ende der Kampagne am 15. November. Bei Telekommunikationsunternehmen würde, so Ebel, ein solcher Anschluss derzeit mindestens 5000 Euro kosten und in abgelegenen Gebieten würde vermutlich überhaupt nicht ausgebaut.

Der Glasfaseranschluss von Giffinet werde bis ins Haus des Kunden verlegt, hieß es. Für den nötigen Schacht vom Haus bis zur Grundstücksgrenze seien bei einem Vertragsabschluss während der aktuellen Vermarktungsphase die ersten 20 Meter sogar kostenlos.

Nik Ralfs von net services ging auf technische Details und Vertragsdaten ein. Nicht nur die Download-, sondern auch die Upload-Geschwindigkeiten seien schnell und kämen im Haus an.

Die Kosten der verschiedenen angebotenen Tarife fangen demnach bei 44,90 Euro im Monat (für 100 Mbit/s im Download und im Upload inklusive Telefonanschluss) an. Optional kann für einen Aufpreis auch ein digitales TV-Paket dazugebucht werden. Die Vertragslaufzeit mit net services dauert mindestens zwei Jahre.

Übrigens: Was die schwarzen Flecken im Landkreis mit höheren Geschwindigkeiten angeht, ist laut Ebel damit zu rechnen, dass der Bund die 30 Mbit/s-Grenze etwa ab 2021/22 „wohl auf 200 oder 250 Mbit/s“ hochsetzen werde. Außerdem könnten Haushalte eine Interessensbekundung abgeben. Wenn es genug seien, dann könne sich der Pächter net services aus betriebswirtschaftlichen Gründen für einen Ausbau entscheiden.

VON ALEXANDER TÄGER

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