Diskussion um weitere Baugebiete

Bromes Wachstum als Streitthema

Die Hauptstraße in Bromes Ortsmitte.
+
Bromes Einwohnerzahlen sind rückläufig, die Gemeinde wächst nicht. Damit sich das ändern kann, sollen weitere Baugebiete ausgewiesen werden. Ob das aber auch gelingt, ist noch völlig offen.
  • Hilke Bentes
    vonHilke Bentes
    schließen

Brome – Die Einwohnerzahlen in Brome sind rückläufig. Gerne würde die Gemeinde daran etwas ändern und endlich wieder wachsen. Dazu sollen weitere Baugebiete ausgewiesen werden. Damit das aber auch gelingt, müsste der Flächennutzungsplan der Samtgemeinde in Bromes Westen geändert werden. Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses haben darüber am Mittwochabend, 7. April, bei der jüngsten Sitzung lange diskutiert. Und waren sich nicht einig.

Eine Empfehlung konnten die Mitglieder auch nach mehreren Beschlussformulierungen nicht aussprechen, für keinen fand sich eine Mehrheit. Die Änderung des Flächennutzungsplans soll laut Flecken Brome das geplante Sondergebiet rund um die neuen Einkaufsmärkte abschließen und Platz für weitere Wohnbebauung schaffen. In den letzten Jahren war Brome – besonders im Vergleich zu anderen Kommunen in der Samtgemeinde – eher verhalten mit der Ausweisung von neuen Baugebieten. Nicht zuletzt auch, weil die Vergangenheit schon öfter gezeigt hatte, dass der Bauplatzverkauf sich nicht immer so leicht gestaltete, wie gewünscht.

Doch mit Blick auf die gerade entstehenden Gebiete im Osten der Gemeinde, wo alle Bauplätze im Gebiet Mittelfeld bereits vergeben sind, soll neue Fläche für die reichlichen Interessenten geschaffen werden. Laut Bromes Verwaltung ist die Ausweisung von neuen Flächen dringend erforderlich, um auch weiterhin den Versorgungsauftrag als Grundzentrum zu erfüllen.

Infrastruktur wird zum Problem

Für den Ausschussvorsitzenden Peter Albrecht (SPD) stellte sich eine ganz andere Frage: „Ich habe nichts gegen weitere Baugebiete, jede Kommune muss diese Entscheidung selbst verantworten. Aber ich habe einen Klemmer bei der Infrastruktur.“ Die Finanzierung für Kita- und Schulplätze bleibe bei der Samtgemeinde hängen. „Und wie viele Beratungen zu diesen Themen ja gezeigt haben: Unsere Mittel sind ziemlich am Ende, wir kommen nicht mehr hinterher.“ Für ihn stand fest: Bevor es keine klaren Regelungen für die Finanzierung der benötigten Infrastruktur gibt, könne man keine weiteren Baugebiete ausweisen. Der Änderung des Flächennutzungsplans wollte er so nicht zustimmen.

Die Sicht der Verwaltung hat sich laut Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann geändert. Den in Brome benötigte Bedarf könne man nicht so einfach ignorieren. Es sei eine völlig andere Situation, als beispielsweise der Bauboom in Rühen. „Wir müssen das einmal klar sagen: Brome wächst nicht.“ Man müsse versuchen, der Gemeinde die Chance zu geben, daran etwas zu ändern.

Indes verwies Albrecht darauf, dass man nicht sehenden Auges in die nächste Pleite laufen dürfe. „Ich bin nicht willens, dass wir für Brome eine Ausnahme machen, wenn wir die grundsätzlichen Fragen nicht geklärt haben.“

Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert (CDU) war zu der Ausschutzsitzung erschienen, um der Diskussion zu folgen. Spontan konnte er auch seine Sicht der Dinge darstellen. „Wir haben die Füße lange stillgehalten.“ Der Flecken habe den hiesigen Kindergarten seinerzeit selber gebaut, und der Samtgemeinde kostenlos übertragen. „Bisher hat die Samtgemeinde keinen Bromer Kita-Platz bezahlt.“ Er fand es „schlimm“, sollte das Wachstum in Brome mit dieser Argumentation verhindert werden. „Bei anderen Kommunen wurde dieser Maßstab nicht angelegt.“

Ausschussmitglied Dirk Fricke (CDU) empfand es zwar auch als ratsam, die allgemeinen Bedingungen für neue Baugebiete zu prüfen – „aber wenn es jetzt in Brome gerade super entscheidend ist, sollten wir nicht so ein Fass aufmachen. In Rühen haben wir das Ganze für hunderte Bauplätze durchgewunken.“ Frank-Markus Warnecke (Grüne) wollte der Bebauungsplanänderung nicht zustimmen, auch für Fred Marhenke (SPD) stand fest: Eine genauere Prüfung muss her. „Wir haben wirklich kein Geld mehr, das muss gezielt angegangen werden.“

Der Versuch, einen Empfehlungsvorschlag zu fassen, sollte Mittwochabend scheitern. Weder der Änderung an sich noch einer weitreichenden Prüfung wurde zugestimmt. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen neuen Vorschlag zu erarbeiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare