Wirtschaftliche Folgen in Betrieben noch nicht abzusehen

Brome: Corona-Krise trifft Landwirtschaft hart

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Brome: Landwirtschaftliche Betriebe sind in verschiedenen Bereichen von der Corona-Krise betroffen.

Brome – Die Corona-Pandemie geht über eine gesundheitsbedrohende Krise hinaus. Der lebensgefährliche Verlauf der COVID-19 Infektion hat inzwischen zu 78 infizierten Menschen im Landkreis Gifhorn geführt.

Im benachbarten Wolfsburg sind in einem Altenheim 18 Bewohner an der Lungenkrankheit gestorben.

Klar wird aber auch: Es geht ebenso um Existenzen, die an die momentane Situation gekoppelt sind. Ladenschließungen, Kurzarbeit oder der endgültige wirtschaftliche Ruin vieler kleiner Unternehmen sind durch das Herunterfahren des sozialen Lebens die absehbare Folge. Aber auch die Probleme in landwirtschaftlichen Betrieben werden groß.

Gerhard Borchert ist neben seiner Funktion als Bromes Bürgermeister auch Landwirt. Sein Unternehmen ist auf Pflanzkartoffeln spezialisiert. Borchert kann auf zwei feste Mitarbeiter zählen, in der Saison können bis zu vier weitere Arbeiter dazu kommen. „Es ist eine verheerende Situation“, erklärt Borchert. Er spricht für viele Kollegen, die vor ähnlichen Problemen stehen.

„Ich will mir nicht vorstellen, wie es für uns weitergehen könnte, wenn wir noch einige Monate vor dieser Situation stehen“, so Borchert.

Saisonkräfte können in großer Zahl nicht nach Deutschland einreisen, der Export von Borcherts Kartoffeln ist quasi nicht existent. Die Landwirte haben viel Arbeit in die kommende Ernte gesteckt. „Ein ganzes Jahr an Fleiß und Kosten steckt in meinen Kartoffeln, die im Moment nicht über die Grenze kommen und in meinen Hallen nicht unbegrenzt liegen können.“

Probleme mit LKWs, die vor den östlichen Grenzen in Staus stehen, drohende Dumpingpreise auf dem freien Markt. Der momentane Absatz sei unglaublich schwierig. „Unsere Hallen sind voll, aber wir können unsere Produkte nicht verkaufen.“ „Im schlimmsten Fall kann ich zugucken, wie meine Ernte vor meinen Augen vergammelt.“ Borchert betont: „Es geht nicht darum, dass die Maßnahmen nicht absolut notwendig sind. Aber es geht darum, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leisten muss und sich an die Maßnahmen hält, damit wir alle diese Krise so schnell wie möglich überstehen.“

Auch in Sachen Saisonarbeiter sehe die Lage nicht gut aus. „Wir beziehen für unseren Hofladen Spargel von Kooperationsbetrieben, die kaum Helfer für das Spargelstechen finden“. Langjährige Kräfte könnten nicht mehr einreisen. Über kommende Umsatzeinbußen – ob bei ihm oder bei anderen landwirtschaftlichen Betrieben – will Borchert noch nicht nachdenken.

Er versucht, diese Gedanken nach hinten zu schieben. Noch hofft er, dass sich die Situation rechtzeitig entspannt. „Ich kann da weder Politik noch der Regierung einen Vorwurf machen, aber den Landwirten und allen Betroffenen natürlich genauso wenig.“

Der Virus ist in allen Bereichen der Bevölkerung angekommen.

VON HILKE BENTES

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