Landwirt kritisiert Bearbeitungszeit / Landkreis verspricht Besserung

Brome: Bauamt zu langsam für Fördermittel

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Doch keine EU-Fördermitteln: Bromer Landwirt Gerhard Borchert und Sohn Manuel planten einen Hofladen, doch der Bauantrag lag zu lange beim Landkreis. Nun ist für Jahre nur eine Zwischenlösung möglich. 

Brome – Lange Bearbeitungszeiten beim Bauamt des Landkreises Gifhorn sind in der Region seit Längerem ein Thema. Auch Landwirt Gerhard Borchert aus Brome hat nun Ärger damit: Da er keine Baugenehmigung erhielt, verlor er Fördermittel.  Seinen Hofladen will er dennoch eröffnen.

„Wirtschaftsfördernd ist das nicht“, ärgert sich Borchert im IK-Gespräch. „Damit verhindert man die Umsetzung von Ideen.“ Er bezieht sich auf lange Bearbeitungszeiten im Bauamt des Landkreises. „Der Frau Drenkmann mache ich keine Vorwürfe“, betont Borchert. Die habe schließlich „alleine alle Anträge zu bearbeiten“. Aber die Personalpolitik des Landkreises sei an dieser Stelle fragwürdig. Schließlich hänge sowohl für Privatleute als auch für Unternehmer viel von Baugenehmigungen ab.

Borchert selbst wollte zusammen mit Sohn Manuel einen Hofladen errichten. Vom Feld direkt zum Verbraucher wollten sie unter anderem seltene Kartoffelarten anbieten. „Wir haben Produkte angebaut, die in der Industrie nicht verwertet werden“, erklärt Borchert, „dafür brauchen wir Lager- und Verkaufsflächen. Dafür sollte ein neuer Hofladen her. Zusammen mit der Planschmiede aus Hankensbüttel erstellte man Pläne, erhielt sogar die Zusage zu einer Leader-Förderung. Die Ausgabe der EU-Mittel hänge aber von der Fertigstellung des Bauvorhabens ab. „Und das ist ohne Antwort des Bauamts – ob genehmigt oder nicht – innerhalb einer gewissen Frist nicht abzusehen“, klagt Borchert. Eigentlich wollte er Ende Juli fertig sein, habe nun aber auf die Förderung verzichten müssen, da der eingereichte Bauantrag zu lange beim Landkreis gelegen hätte.

Landrat Dr. Andreas Ebel stimmt zu, die Situation sei durch Personalwechsel, erfolglosen Stellenausschreibungen und Krankheitsfällen „sehr unbefriedigend“. Es sei aber nicht korrekt, dass nur eine Mitarbeiterin zuständig sei. Der Kreisausschuss habe sich zudem bereits um Besserung bemüht. Für mehr Effizienz sollen Bearbeitung und Beratung stärker getrennt werden. Auch sollen die Sprechzeiten zugunsten der Prüfung eingeschränkt werden. Zudem seien für dieses Jahr 3,5 Mehrstellen genehmigt. „Weitere neue Mitarbeiter werden zu Beginn des Jahres 2020 beim Landkreis beginnen“, freut sich Ebel. Problematisch sei, dass viele Anträge unvollständig eingereicht würden. Das schließt Borchert aufgrund der Erfahrung der Planschmiede in seinem Fall aus, aber er wisse um die Verzögerung, die das in anderen Fällen verursache.

Mit neu zu stellendem Leader-Antrag werde Borchert wohl auch in 2020 nicht fertig werden. Daher hat er derweil eine Container-Zwischenlösung realisiert. „Unsere Produkte müssen vertrieben werden“, deutet er auf deren begrenzte Haltbarkeit. Der Container sei nicht optimal, erfülle aber erstmal seinen Zweck. Der Verkauf sei bereits angelaufen, am morgigen Samstag, 12. Oktober, findet die offizielle Eröffnung statt. Unterstützt wird Borchert dabei von den Frauen der Gymnastiksparte des FC Brome, die Köstliches aus Kartoffeln anbieten werden. „Der komplette Erlös wird dieser emsigen Truppe zugute kommen“, verspricht Borchert.

VON DENNIS TESCH

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