Pilotprojekt zur Wildunfallprävention an der B 248 bei Voitze / Verkehrsminister gibt Signal

Bode drückt den Startknopf

Nähert sich ein Fahrzeug der Tafel, leuchten Lampen. Gestern wurde Niedersachsens Verkehrsminister begrüßt.

Voitze. Mit einem Knopfdruck hat Niedersachsens Verkehrsminister ein Stück für die Sicherheit auf den Straßen des Bundeslandes getan. Jörg Bode gab gestern Nachmittag an der Bundesstraße 248 bei Voitze das Startsignal für ein neuartiges elektronisches Warnsystem zur Wildunfallprävention – ein Pilotprojekt.

Das war der Auftakt für einen landesweiten Modellversuch.

Für mehr Sicherheit: Jörg Bode (2. v. l.) nahm das elektronische Warnsystem an der Bundesstraße 248 zwischen Voitze und Ehra gestern Nachmittag offiziell in Betrieb. Fotos: Post

Bode, Schirmherr des Projektes, drückte um kurz nach 15 Uhr den Knopf, in sekundenschnelle leuchteten auf der Anzeigetafel über ihm LED-Lampen auf. Fortan sollen so Verkehrsteilnehmer auf der Strecke zwischen Voitze und Ehra gewarnt werden, dass Wild den Asphalt quert – gerade in den Monaten Oktober und November, aber auch im Mai. Die Landesjägerschaft Niedersachsen, die VGH Versicherungen und der ADAC starten in Kooperation mit der B.A.S. Verkehrstechnik diesen Versuch, um den Unfällen mit dem Wild zuvor zu kommen. „Wir haben nun eine Chance, die Autofahrer zu sensibilisieren“, sagte der Verkehrsminister kurz bevor er das Signal gab. Bisher krachten in 2011 im Landkreis Gifhorn 945 Mal Fahrzeuge und Wild zusammen, sechs Mal mit Personenschäden.

Dadurch entstanden „Schäden in Millionenhöhe“, so der Unfallstatistiker der Gifhorner Polizei, Reinhard Preuß. Mit der digitalen Anlage, die von Hannover aus gesteuert wird, hoffen die Versicherer, „dass die Unfallzahlen zurückgehen“, erklärte VGH-Vorstandsmitglied Thomas Vorholt. Allein dort, wo die Anlage steht, sind in diesem Jahr schon 15 Wildunfälle zu beklagen gewesen.

Nähert sich nun ein Fahrzeug der Tafel, leuchtet das Warnschild auf. Zwischen Voize und Ehra besteht auf drei Kilometern Länge Gefahr, mit Wild zusammenzustoßen. „Das leuchtende Schild erregt die Aufmerksamkeit. Ich begrüße die neue Technik“, befand Bode.

Das Ziel ist klar. „Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass die Unfallzahlen weiter sinken“, erläuterte der Minister. Dazu wurden an der B 248, einem Unfallschwerpunkt bei Wildwechsel, 7000 Euro für den landweiten Modellversuch investiert. Finanziert wurde das Projekt vom Landkreis, der VGH und der Landesjägerschaft – von letzterer respektive der Kreisjägerschaft kam der Anstoß für die Maßnahme.

Und die soll auch über die vier Wochen Probezeit hinaus gehen. „Das wird fortgesetzt“, sagte der Landesjägerschaft-Geschäftsführer, Dirk Schulte-Frohlinde, gegenüber dem IK. Den Aus-Knopf der Anlage muss Minister Bode wohl nicht drücken.

Von Benjamin Post

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