Sanierung 2021 geplant / Naturrechtliche Anforderungen „sehr hoch“

K 85 bleibt vorerst „eine Zumutung“

Die K 85 zwischen Kaiserwinkel und Giebel ist für Autofahrer eine Herausforderung. Aufgrund fehlender Fördergelder konnte die Straße in diesem Jahr nicht saniert werden. 2021 steht sie beim Landkreis aber auf der Prioritätenliste weit oben.
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Die K 85 zwischen Kaiserwinkel und Giebel ist für Autofahrer eine Herausforderung. Aufgrund fehlender Fördergelder konnte die Straße in diesem Jahr nicht saniert werden. 2021 steht sie beim Landkreis aber auf der Prioritätenliste weit oben.

Giebel/Kaiserwinkel – Die Kreisstraße 85 zwischen Giebel und Kaiserwinkel bleibt weiter ein Reizthema. In der Gemeinde Parsau werden die Unruhen der Bürger größer. Die Einwohner fordern endlich Bewegung bei der verschobenen Sanierung.

Auch der Landkreis weiß um die Brisanz bei dem Thema und sieht dringenden Handlungsbedarf.

„Die Schüler, die dort jeden Tag mit dem Bus langfahren müssen, tun mir leid“, sagt ein Einwohner aus Parsau. Die Straße sei in einem sehr schlechten Zustand. „Wenn mir ein Schulbus entgegenkommt, dann fahre ich schon komplett an den Rand, damit die Schüler nicht hin und her fliegen. Eine Zumutung.“

Platz vier auf Prioritätenliste 

Diese Zustände sind dem Landkreis bekannt. Die aktuelle Prioritätenliste des Landkreises sieht die K 85 auf dem vierten Platz der schlechtesten Kreisstraßen. Damit wurde ihre Zustandsnote bei 4,5 und schlechter eingestuft. Aber warum geht es dann nicht weiter? Geplant war die Sanierung, sagt Landrat Dr. Andreas Ebel, aber durch die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr erfolgte für 2020 die Absage der beantragten Förderung. „Dadurch wurde eine Finanzierung der Baumaßnahme im Jahr 2020 obsolet.“

Für 2021 steht die K 85 aber weit oben auf der Liste. „Die dafür erforderlichen Planungen, unter Einbeziehung der umweltrechtlichen Anforderungen, werden aktuell in die Wege geleitet“, erklärt der Landrat.

K 85: Im bedeutenden Naturgebiet

Die von Ebel genannten umweltrechtlichen Anforderungen sind im Einzelnen sehr hoch, da die K 85 mitten durch das Naturschutzgebiet Giebelmoor und einen naturschutzfachlich sehr wertvollen Teil des niedersächsischen Drömlings führt. Der Straßenabschnitt durchquert laut Ebel den von Feucht- und Sumpfwäldern geprägten Naturwaldbereich des Großen und Kleinen Giebelmoores, welcher in dieser Ausprägung und Größe von landesweiter Bedeutung sei. „Entsprechend muss bei der Planung die Durchgängigkeit und Querbarkeit für die vorkommenden Arten berücksichtigt werden.“

Der Landkreis führte bereits Gespräche mit den zuständigen Stellen, um die Machbarkeit einer verträglichen Bauweise zu klären. Im Planungsentwurf wurden die Beeinträchtigungen für Flora und Fauna weitestgehend minimiert. Auch an die Gewässerdurchläufe muss laut Ebel gedacht werden: Die Gestaltung muss wildtiergerecht sein und zusätzlich weitere Trockendurchlässe für Fischotter, andere Marderartige und Biber sowie viele Kleintiere vorsehen.

„So wurde auch die geplante Fahrbahnbreite bereits von 6 Meter auf 5,50 Meter und das seitliche Bankett von jeweils 1,50 m auf 0,75 m reduziert“, so Ebel. VON HILKE BENTES

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