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Bis zu 20 Prozent lokale Produkte im möglichen Ehraner Enso-Markt

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Von: Pascal Patrick Pfaff

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Norbert Hegmann erklärte den Bürgern im vollbesetzten Lessiener Schützenhaus das Tante-Enso-Konzept
Norbert Hegmann erklärte den Bürgern im vollbesetzten Lessiener Schützenhaus, dass es 150 000 Euro kosten würde, einen Tante-Enso-Laden einzurichten. Geld, das größtenteils myEnso zahlt. Die Anteile der Bürger finden laut Hegmann aber auch Verwendung: Gebraucht wird es für die mögliche Eröffnung und die Regale. © Pfaff, Pascal Patrick

Lessien – „Wir machen das mit dem Tante-Enso-Laden nur, wenn Ihr es wollt!“ Norbert Hegmann wurde am Montag nicht müde, dies zu betonen. Mehrmals warb er an diesem Info-Abend im Lessiener Schützenhaus für das in Ehra geplante Mini-Supermarkt-Projekt.

Hegmann ist Gründer und Geschäftsführer von myEnso, einem Start-Up-Unternehmen, das die Konzepte eines lokal erreichbaren Nahversorgers im Stile alter Tante-Emma-Läden verbinden will mit einem rund um die Uhr erreichbaren Online-Supermarkt. Ob ein Tante-Enso-Laden in Ehra angesiedelt wird, darüber wurde vorgestern noch nicht entschieden – zahlreiche Fragen zum Projekt konnten aber geklärt werden.

Online-Bestellung wird bis an Haustür geliefert

So ist zwar schon seit längerem klar, dass der Nahversorger erst dann im Ehraner Mosaik eröffnet wird, wenn mindestens 300 Personen Genossenschaftsanteile in Höhe von jeweils 100 Euro erwerben (das IK berichtete). Dass dies seit dem 5. September möglich ist, wurde allerdings erst während des Info-Abends verkündet. Über einen Zeitraum von vier Wochen könne jeder Interessierte nun seine Anteile zeichnen, wie Hegmann erklärte: Entweder online via PDF (myenso.de/content/tanteenso/standorte/ehra-lessien) oder noch klassisch per Zettel. Ansprechpartnerin ist dabei Jenny Reissig vom Förderverein „Ehra-Lessien, ein Dorf – ein Team“.

Wenn sich genügend potenzielle Teilhaber melden, dann wird der Laden laut Hegmann zunächst auf 200 Quadratmetern Verkaufsfläche im Mosaik betrieben, in dem Platz für 2100 Produkte wäre. Bei entsprechendem Zuspruch sei indes ein Neubau geplant, in dem 3000 Produkte erhältlich sind. 15 000 weitere ließen sich unabhängig von Standort und Größe des Markts online ordern – wobei die Bestellung an zwei bis drei Tagen in der Woche bei Bedarf direkt an die Haustür geliefert wird.

Ehra-Lessiens Bürgermeister Jörg Böse ordnete die Zukunftsperspektiven indes zeitlich ein: „Für so etwas brauchen wir Fördermittel. Bis ein solcher Bau komplett fertig ist, dauert es drei bis fünf Jahre.“ Und was den möglichen Einzug ins Mosaik anbelangt, so konnte er auch hier noch nichts genaues sagen: „Das vierte Quartal 2022 steht ja im Raum. Aber nagelt mich bitte nicht darauf fest“, so Böse zu den anwesenden Bürgern.

Produkte teilweise aus EDEKA-Markt

Käme ein Tante-Enso-Laden ins Dorf, so könnten sich diese aber darauf verlassen, dass sie bedenkenlos einkaufen können. Hegmann unterstrich nämlich, wie sicher der Besuch für Kunden sei: „Es ist praktisch jede Ecke im Markt videoüberwacht. Diebe haben so keine Chance. Auch was die Einkaufs-Karte anbelangt.“ Letztere ist im Laden neben dem Bargeld und der EC-Karte offizielles Zahlungsmittel. Wer sie stiehlt, müsse mit einem Hausverbot und einer Anzeige rechnen. Betroffenen eines Diebstahls riet Hegmann, die Karte zu sperren, denn „sie ist eine Bargeldkarte und deshalb auch so zu behandeln“.

Bar zahlen können Kunden indes nur, wenn der Laden auch personell besetzt ist – laut Hegmann im Normalfall von Montag bis Samstag, mit Ausnahme vom Mittwoch. „Wir planen diesbezüglich mit einer Filialleitung, einem Stellvertreter und zwei Aushilfskräften. Die Ausschreibung dafür folgt noch.“ Die Mitarbeiter würden dabei Produkte verkaufen, die zu 60 bis 70 Prozent mit dem EDEKA-Sortiment übereinstimmen. „15 bis 20 Prozent sind dann wiederum aus der Region; das heißt aus einem Umkreis von fünf bis zehn Kilometern“, wie Hegmann betont.

Und auch die Preise hätten dasselbe Niveau wie bei EDEKA oder REWE – ob stationär oder online. Allein: „Preisschlachten, wie sie große Supermärkte untereinander führen, können wir nicht mitmachen“, stellt Hegmann klar.

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