Zicherie: Experte von der Kreisverwaltung gibt Einblicke in den Ablauf der Dorfregion

Biosphärenreservat ist von Vorteil

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Im Hotel Hubertus in Zicherie fand Montagabend eine Informationsveranstaltung zum Thema Dorfregion statt. Etwa 40 Gäste waren der Einladung von Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert gefolgt.

Zicherie. Die Gemeinden Brome, Parsau, Tülau, Ehra-Lessien und Boitzenhagen als Wittinger Ortsteil haben sich im vergangenen Jahr unter dem Motto „Dörfer am Drömling, offen für Alle“ für das Förderprogramm Dorfregion beworben.

Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert hatte Montagabend interessierte Bürger zu einem Informationsabend nach Zicherie eingeladen, wo Jörg Burmeister vom Wirtschaftsamt des Landkreises Gifhorn als Experte Einblicke in das neue Förderprogramm gab.

Borchert konnte rund 40 Gäste begrüßen. „Ich bin im Grunde mit der Veranstaltung zufrieden. Nun wissen die Bürger mehr über das Programm und welche Chancen sich ihnen bieten“, sagt Borchert gegenüber dem IK. Ob Brome, Parsau, Tülau, Ehra-Lessien und Boitzenhagen in das Förderprogramm aufgenommen werden, entscheidet sich am 1. Mai. Wie Burmeister Montagabend erläuterte, ginge es dann Schritt für Schritt weiter. Mit Unterstützung eines Planungsbüros und unter Einbezug der Bevölkerung erarbeitet jede Dorfregion einen Dorfentwicklungsplan, der die individuellen Handlungsbedarfe, Ziele und dazugehörigen Maßnahmen beinhaltet. „Und ich rate Ihnen, ein Planungsbüro einzuschalten. Sie könnten sonst ‘leicht’ überfordert sein“, betonte der Wirtschaftsexperte.

Jörg Burmeister

Als großen Vorteil nannte Burmeister das Biosphärenreservat, das den Anrainer-Kommunen zugute kommen würde: „Sie können die Infrastruktur rund um das Biosphärenreservat anpassen.“ Es würden sich viele Möglichkeiten und Maßnahmen anbieten, die zusammengreifen – Angebote für die Region, Naturschutz, Gastronomie, nachhaltige Erholungsfunktionen oder landwirtschaftliche Direktvermarktung. „Pro Jahr gibt es Tranchen für die Region, nicht Dorfregion. Durch gute Projekte kann viel Geld in die Region geholt werden“, informierte Burmeister. Wichtig sei, dass sich jeder einbringe, eine Lenkungsgruppe gebildet werde. Das Miteinander ist wichtig.

Als Beispiele zeigte Burmeister unterschiedliche Projekte auf, zum Beispiel die Umgestaltung eines Dorfplatzes, Gemeinschaftseinrichtungen wie Spielplätze für Kinder oder Erwachsene (Outdoor-Sportgeräte), die barrierefreie Gestaltung kleiner Läden – nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch für Mütter mit Kinderwagen. Was im Südkreis noch etwas hapert, läuft im Nordkreis rund: das Bürgerbusprojekt in Kooperation mit der Samtgemeinde Wesendorf und dem Gemeinde Steinhorst. Dabei sei es wichtig, antizyklisch zum ‘normalen’ Busverkehr Fahrten anzubieten oder Bushaltestellen anzufahren, die ein Linienbus außer Acht lässt.

Als positiv bewertet Borchert, dass der Zusammenhalt zwischen den Orten gestärkt werden kann. „Deutlich wurde auch, dass das ganze Dorf individuell Möglichkeiten ausschöpfen kann“, freut sich der Bürgermeister.

Bei dem Förderprogramm „Dorfregion“ handelt es sich um ein Nachfolgeprogramm des früheren Dorferneuerungsprogramms. Ziel ist nun eine interkommunale Zusammenarbeit in den Regionen mit einer gemeinsamen Konzeptentwicklung. Im Vergleich zu der vorausgegangenen Förderperiode und dem damaligen „Programm zur Förderung im ländlichen Raum“ werden anstelle von Einzelorten nur noch Dorfregionen mit mindestens drei Orten (auch gemeindeübergreifend und maximal 10 000 Einwohner). Schwerpunkte des Programms sind Innenentwicklung, Demografie und Klimaschutz.

Weitere Informationen zum Thema Dorfentwicklung gibt es beim Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium unter www.ml.niedersachsen.de.

Von Carola Hussak

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