Gemeinderat Parsau stimmt für die Aufnahme Kaiserwinkels in die Kernzone

Ja zum Biosphärenreservat

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Der Gemeinderat Parsau hat sich einstimmig für das Eckpunktepapier zum Biosphärenreservat ausgesprochen.

Parsau. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat Parsau bei der Abstimmung über das Eckpunktepapier aus, um das Biosphärenreservat Drömling auf den Weg zu bringen.

In die sogenannte Entwicklungszone wurde der Raum Kaiserwinkel mit rund 140 Hektar als Kernzone aufgenommen.

Vorab erörterten Martin Zenk von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Gifhorn und Horst Schefel vom Kreislandvolkverband noch einmal das Pro und Contra des Eckpunktepapiers. Ziel ist, dass die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt beabsichtigen, im Drömling ein länderübergreifendes Biosphärenreservat auszuweisen und die Anerkennung der UNESCO zu beantragen. Das Eckpunktepapier der länderübergreifenden Arbeitsgruppe stellt dazu die wesentlichen Inhalte und Ziele dar, erläutert die Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und das Vorgehen.

Zenk erklärte, dass in den vergangenen Jahren im Drömling umfangreiche Maßnahmen des Naturschutzes und für Naturschutzgroßprojekte umgesetzt wurden. Im niedersächsischen Drömling war die Verbesserung des Wasserhaushaltes ein Ziel gewesen. „Nun soll das Miteinander von Mensch und Natur in den Vordergrund gestellt werden“, informierte Zenk den Gemeinderat und die zahlreichen Zuhörer. Fest im Blick habe man dabei die Themen Landwirtschaft, Tourismus und Bildung für nachhaltiges Wirtschaften.

Wünschenswertes Ziel sei es laut Zenk, eine zentrale Anlaufstelle zu schaffen, zum Beispiel eine Infostation am Kanal in Rühen. Dafür benötige man Ansprechpartner und sogenannte Kümmerer. Kreis, Gemeinden und Bürger sollen mit eingebunden werden. Ein Jahr, so Zenk weiter, haben die Untere Naturschutzbehörde und das Landvolk gemeinsam an der Ausarbeitung des Eckpunktepapieres gearbeitet. Besonders wichtig: Es gibt keine zusätzlichen Einschränkungen für Landwirte, die wasserwirtschaftlichen Belange bleiben unberührt und die bestehenden Zuständigkeiten bleiben erhalten.

„Wir haben teilweise kräftig gestritten, uns dann aber auf das vorliegende Eckpunktepapier geeinigt“, schmunzelte Schefel. Dabei machte er aber ganz deutlich: „So kann das Projekt mit Kaiserwinkel mit Blick auf die Landwirtschaft einfließen – aber keinen Quadratmeter mehr.“ Man habe eigentlich schon genug Naturschutz-Großprojekte, da müsse man den Menschen nicht noch vorschreiben, wie sie ihre Heimat zu pflegen hätten.

„Wir wollen nicht über die Kernzone hinaus. Wer schützt uns denn davor, dass nicht vielleicht doch in ein paar Jahren Gesetze kommen, die Landwirtschaft und Fischerei im Biosphärenreservat verbieten? So etwas kann passieren“, gab Schefel zu bedenken. Und daher wolle man nicht über die Kernzone hinaus. Schefel sieht keinen Sinn in der Erhaltung alter Haustierrassen – das habe nichts mit Landwirtschaft zu tun, ebenso wenig mit Gastronomie. Und auch Forschung auf diesem Gebiet sei ohne Einrichtung eines Biosphärenreservates möglich.

„Wir hatten in Kaiserwinkel einige Sitzungen. Wir haben uns im Ort für eine Entwicklungszone entschieden. Wir haben demokratisch abgestimmt und keine Berührungspunkte“, sagte Stefan Sudenfeld (CDU). Christine Siegemund (SPD) kann sich durchaus vorstellen, in 10 bis 15 Jahren neue Entscheidungen zu treffen. Man müsse sehen, wie sich die Entwicklung zeige.

Von Carola Hussak

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