Parsau: Teilnehmer des Bildungsseminars setzen sich mit Biosphärenreservat und dessen Entwicklung auseinander

„Bewusstsein für Naturschutz schärfen“

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In vier Gruppen wurden Naturschutz, Produkte und deren Vermarktung sowie Ausbau von (Rad-)Wanderwegen thematisiert.

Parsau. „Entdecken, was man schon zu kennen glaubt“ – unter diesem Motto stand das fünftägige Bildungsseminar, das erneut von der IG Metall im Wohnbezirk Brome ausgerichtet wurde. 20 Teilnehmer begrüßte Seminar-Leiter Wilfried Sievers.

Auch in diesem Jahr stand das Biosphärenreservat Drömling im Fokus der Teilnehmer. In vier Gruppen wurden Möglichkeiten erarbeitet, wie die sogenannte Entwicklungszone 3 mit Leben erfüllt und die Bevölkerung mit ins Boot geholt werden kann. Wichtig ist Sievers, dass Ängste abgebaut werden.

Zum einen kam der Wunsch auf, Produkte aus der hiesigen Region einzubringen – das heißt unter einem Gütesiegel regionale Gerichte anbieten und vermarkten wie Biofleisch, aus heimischen Hopfen hergestelltes Bier, Honig oder Schafwolle. Ethik bei Tieren ist ein weiterer Aspekt: Kühe sollten nicht im Stall, sondern auf der Weide stehen. Außerdem sollen Einkehrmöglichkeiten sowie Schutzhütten und Toiletten geschaffen werden – letztere fehlen derzeit ganz.

Im Biosphärenreservat, so die einhellige Meinung der Teilnehmer, sollen Mensch und Natur in Einklang gebracht werden. Unumgänglich sei dabei die länderübergreifende Zusammenarbeit mit Sachsen-Anhalt. Die Natur kann zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Pferd/Kremserfahrt erkundet werden. Notwendig sei dafür der Ausbau von Radwegen und die Ausbildung von Landschaftsführern. Die sollen nicht nur durch die Landschaft führen, sondern auch in Kindergärten und Schulen eingesetzt werden. Interessierte können sich unter anderem bei der Kreisvolkshochschule ausbilden lassen.

Die hiesige Region soll mit Flyern, Broschüren und im Internet beworben werden – und auch das länderübergreifend. Dazu zählt auch eine einheitliche Radwanderkarte, auf der eingezeichnet ist, wo was im Biosphärenreservat erreichbar ist. Für Fragen und Informationen soll eine Bildungsstätte geschaffen werden, in der selbstverständlich auch Vorträge gehalten werden können.

„Wir wollen ein Signal setzen, dass man keine Angst vor dem Biosphärenreservat haben muss“, machte Sievers deutlich. Als nächsten Schritt kündigte er Öffentlichkeitsarbeit an. Die Ergebnisse des Bildungsseminars dienen als Vorleistung für einen Vortrag, den ein Fachmann halten soll. „Wir werden als Gruppe weiterarbeiten, wie in den vergangenen Jahren auch. Wir wollen in der Bevölkerung das Bewusstsein für den Naturschutz schärfen und da sehe ich die Seminarteilnehmer als Multiplikatoren“, betonte Sievers.

Von Carola Hussak

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