„Integration“ als Jahresthema: Kreislandfrauen inspizieren Unterkunft / Kino im Schützenhaus

152 Bewohner im Camp Lessien

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Die Kreislandfrauen waren am Donnerstag im Camp Lessien zu Besuch. Zusätzlich haben sie gemeinsam mit dem Mosaik-Team und dem Schützenverein Lessien zu zwei Kinovorstellungen eingeladen – einmal für Kinder und dann für Erwachsene.

Lessien. „Wir wünschen uns, dass die Integration im Landkreis Gifhorn voranschreitet“, begrüßte Ilsemarie Dralle, Vorsitzende des Kreisverbandes der Landfrauenvereine Gifhorn, Mittwochnachmittag rund 50 Landfrauen auf dem Gelände des Camp Lessien.

„Integration mit Herz und Verstand“ lautet das landesweite Jahresthema. Grund genug für den Kreisverband, sich vor Ort im Camp Lessien ein Bild zu machen.

In der Begegnungsstätte Mosaik in Ehra wird nicht nur Sprachunterricht angeboten. Den Flüchtlingen wird dort viel Abwechslung geboten.

„Derzeit sind 152 Personen in der Wohnanlage untergebracht – darunter Familien und Alleinreisende“, informierte eingangs Dirk Spieß, Abteilungsleiter der Asylbewerberleistungsstelle in der Kreisverwaltung. Überwiegend kommen die Asylbewerber von der Elfenbeinküste, aus dem Sudan, aus Syrien und Montenegro – darunter 23 Kinder im Alter von zwei Monaten bis 16 Jahre. „Es wurde jetzt das zweite Camp-Baby geboren“, sagte Audrey Grothe, Leiterin der Stabsstelle Integration.

Die Bewohner sind nicht nach Religionen eingeteilt in der Wohnanlage untergebracht, Stress untereinander gibt es nicht, sie respektieren sich. Alle fünf Gebäude sind gleich – es gibt eine Gemeinschaftsküche, einen Gemeinschaftsraum und die Schlafräume. Grothe: „Momentan haben wir den Luxus, dass ein Sechs-Bett-Zimmer von vier Personen genutzt werden kann.“ Ob die Bewohner sich selbst verpflegen, wollte eine Landfrau wissen. „Ja“, erläuterte Spieß. Sie würden auch selbst einkaufen gehen. Ein Shuttleservice bringt die Bewohner bis zur Bushaltestelle oder direkt nach Grußendorf, wo sie in einem Discounter einkaufen können.

Auf dem Gelände gibt es eine Sozialarbeiterin, einen Sicherheitsdienst, die Camp-Leiterin und einen Landkreis-Vertreter, die alle stets als Ansprechpartner und erste Anlaufstation dienen. Das Wichtigste ist nach wie vor, die deutsche Sprache zu erlernen. Daher werden vor Ort Deutschkurse angeboten, zu denen sich die Bewohner freiwillig anmelden. Kinder lernen im Kindergarten oder in der Schule schnell Deutsch.

„Wer entscheidet, wann eine dezentrale Unterbringung erfolgt“, wollte eine andere Landfrau wissen. „Das tun wir“, sagte Spieß. Viele, die eine eigene Wohnung hätten, wollen jedoch lieber wieder zurück ins Camp. Dort gebe es eine intensivere Betreuung – und die Vereinsamung ist nicht ganz so groß. Lobende Worte fand Camp-Leiterin Agnes Liebmann: „Die Menschen wollen einfach etwas zu tun haben. Von daher habe ich keine Probleme Helfer zu finden, die das Gelände in Ordnung halten.“ Abwechslung finden die Bewohner aber auch außerhalb des Camps, wie zum Beispiel in der Begegnungsstätte Mosaik in Ehra, wo der Förderverein Ehra-Lessien und sein Team diverse Angebote vorhält – Deutschsprachkurse, gemeinsames Kochen oder Treffen zum gemeinsamen Austausch. In Ehra gibt es mittlerweile sogar eine eigene Fußballmannschaft.

Nach dem Besuch ging es weiter ins Lessiener Schützenhaus. Dort präsentierten die Landfrauen gemeinsam mit dem Mosaik-Team und dem Schützenverein Lessien durch das „Mobile Kino Niedersachsen“ am Mittwoch zwei Filme: „Findet Dorie“ am Nachmittag für Kinder und abends „Willkommen bei den Hartmanns“ für Erwachsense. 55 Kinder und zwischen 60 und 70 Erwachsene haben dieses Angebot genossen.

Von Carola Hussak

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