540 Hektar werden seit gestern besprüht

Eichenprozessionsspinner: Bekämpfung aus der Luft läuft an

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Pilot Steffen Becher startete gestern in Rühen mit der Bekämpfung des Eichenspinners aus der Luft. 

Rühen – Nachdem die Starts mehrfach verschoben wurden, konnte der Helikopter zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) gestern Nachmittag loslegen.

Pilot Steffen Becher

Auf der Wiese neben der Freiwilligen Feuerwehr Rühen wurde der Startplatz des Helikopters eingerichtet. „Von hier aus werden zirka 540 Hektar beflogen“, erklärte Landrat Dr. Andreas Ebel. „Wir unternehmen alles Mögliche, um die Bevölkerung zu schützen.“ Auch Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann und Rühens Bürgermeister Karl Urban betonten die Anstrengungen, die der Arbeitskreis unternommen hatte, damit eine koordinierte Bekämpfung vorgenommen wird.

Und die Anstrengungen reißen nicht ab: Unter Gemeindebrandmeister Frank Mosel waren gestern rund 15 Fahrzeuge und 60 Einsatzkräfte mit dem Absperren und -sichern der beflogenen Straßen beschäftigt. „Ein enormer Aufwand“, weiß Feuerwehrfrau Peckmann. Die Straßen sollen nur für maximal 15 Minuten gesperrt werden und möglichst nicht im Berufsverkehr. Längere Sperrungen gibt es in Bevölkerungsnähe. So wurde gestern in den Abendstunden der Eichenbestand um Kaiserwinkel und Giebel beflogen. Die Bewohner wurden gebeten, sich bis zum nächsten Tag nur in ihren Häusern aufzuhalten. Das gesprühte Mittel sei zwar nur in hoher Konzentration für den Menschen gefährlich, aber man müsse sich da an gewisse Vorgaben halten. „Nach menschlichem Ermessen kann da nichts passieren“, sagte Gesundheitsdezernent Rolf Amelsberg.

Verteilt wird der Wirkstoff von Pilot Steffen Becher, der schon oft ähnliche Einsätze flog. „Pro Flug kann ich 600 Liter verteilen“, erklärte er. „Das reicht für 18,5 Hektar.“ Auf die Frage, ob diese Einssätze der Bevölkerung helfen würden, sagte Becher: „Ja, meiner Erfahrung nach ist das Sprühen eine effektive Hilfe.“ Urban fügte hinzu, über eine 70-prozentige Minderung der EPS-Population würde er sich schon freuen.

Der frische Wind gestern war kein Problem und so startete Becher zu seinem ersten Flug, das Einsatzgebiet lag im Südkreis. Da er auf Sicht und teils nur einen Meter über den Bäumen fliegt, kann er bis zum Einbruch der Dämmerung arbeiten und so „hoffentlich viel schaffen.“

VON DENNIS TESCH

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